Erstellt am 05. August 2014, 14:01

von APA/Red

Einzelhandel setzte mehr um. Der heimische Einzelhandel hat im ersten Halbjahr mehr Umsatz erzielt als im gleichen Vorjahreszeitraum und dabei im zweiten Quartal die leichten Erlösrückgänge der ersten drei Monate mehr als wettmachen können.

Der Lebensmittelhandel verbuchte ein stärkeres Plus als der Einzelhandel insgesamt, bei Apotheken und Kosmetika gab es laut Statistik Austria aber ein Minus.

Von Jänner bis Juni erzielte der gesamte Einzelhandel (ohne Kfz, aber mit Tankstellen) ein reales Umsatzplus von 0,3 Prozent, ohne Tankstellen und Kfz waren es 0,2 Prozent. Bei Lebensmitteln, dem größten Umsatzbringer, stand nach Angaben von Dienstag ein Zuwachs von 0,4 Prozent zu Buche.

Erlöse mit Lebensmitteln gesunken

Im Nicht-Nahrungsmittel-Sektor fiel der reale Anstieg im Halbjahr mit 0,1 Prozent gering aus, dabei sackten die Erlöse der Apotheken und des Einzelhandels mit Kosmetika um 1,9 Prozent ab. Einen Boom gab es dagegen bei Bekleidung und Schuhen, hier kletterten die Umsätze real um 2,9 Prozent. Von Jänner bis Juni gab es heuer mit 148 Verkaufstagen einen Einkaufstag weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Im Juni musste der Einzelhandel (ohne Kfz) sowohl mit als auch ohne Tankstellen einen realen Umsatzverlust von 1,3 Prozent binnen Jahresfrist hinnehmen, allerdings hatte der Berichtsmonat heuer nur 23 Einkaufstage, um zwei weniger als der Juni 2013. Die Erlöse mit Lebensmitteln sanken dabei um 0,6 Prozent, jene der übrigen Bereiche schrumpften um 1,8 Prozent. Die Statistik Austria berechnete die vorläufigen Umsatzindikatoren für Juni auf Basis von circa 50 Prozent des heimischen Einzelhandelserlösvolumens.

Österreichs Einzelhandel erzielte im Juni mit +1,1 Prozent gegenüber Mai die zweithöchste Steigerungsrate innerhalb aller 28 EU-Staaten. Spitzenreiter im Juni war Deutschland mit +1,3 Prozent. Der EU-Durchschnitt lag bei +0,3 Prozent, die Eurozone verzeichnete einen Anstieg um 0,4 Prozent, geht aus den jüngsten Zahlen von Eurostat vom Dienstag hervor.

Sattes Minus im Mai für Einzelhandel

Im Mai hatte das Absatzvolumen im Einzelhandel in Österreich noch ein sattes Minus von 0,7 Prozent einfahren müssen. Eine gegenteilige Entwicklung verzeichnete von Mai auf Juni Belgien. Hatte es im Mai noch ein Plus von 1,1 Prozent gegeben, mussten die Belgier nunmehr ein Minus von 0,4 Prozent hinnehmen.

Hinter Deutschland und Österreich liegen Polen (+1,0 Prozent), Estland (+0,9 Prozent), Schweden und Slowakei (je +0,5 Prozent), Rumänien (+0,4 Prozent), Bulgarien (+0,3 Prozent), Frankreich und Irland (je +0,2 Prozent) und Großbritannien (+0,1 Prozent). Keine Veränderung verzeichnete Luxemburg.

Das größte Minus im Einzelhandel registrierte Finnland (-1,8 Prozent) vor Portugal (-1,4 Prozent), Malta (-1,1 Prozent), Spanien (-0,8 Prozent), Dänemark (-0,5 Prozent), Belgien, Lettland, Litauen und Ungarn (je -0,4 Prozent) und Slowenien (-0,1 Prozent). Keine Daten lagen aus Tschechien, Griechenland, Kroatien, Italien, Zypern und Niederlanden vor.

Im Jahresvergleich - Juni 2013 zu Juni 2014 - verzeichnete die EU ein Plus von 2,5 Prozent, die Eurozone einen Anstieg um 2,4 Prozent. Österreich lag hier mit +2,0 Prozent unter dem Durchschnitt. Den stärksten Zuwachs gab es hier in Luxemburg (+12,9 Prozent), vor Rumänien (+10,0 Prozent), Estland (+7,8 Prozent) und Frankreich (+4,9 Prozent). Das höchste Minus fuhr Slowenien (-2,6 Prozent) ein, gefolgt von Finnland und Malta (je -1,5 Prozent).