Erstellt am 31. August 2016, 12:38

Lettland erste Hürde auf Weg zu Olympia. Mit einer richtungsweisenden Partie startet Österreichs Eishockey-Nationalteam am Donnerstag (18.30/live ORF Sport+) in das Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang/Südkorea.

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Die ÖEHV-Auswahl bekommt es beim Viernationen-Turnier in Riga mit Gastgeber Lettland zu tun. Der Sieger wird wohl der Herausforderer von Favorit Deutschland im Kampf um das Olympia-Ticket sein.

Nur ein Olympia-Startplatz wird in Riga vergeben. Die A-Nationen Deutschland, das mit sieben NHL-Spielern angereist ist und am Freitag (14.30 Uhr/live ORF Sport+) zweiter Gegner der Österreicher ist, und Lettland sind von der Papierform höher einzuschätzen. Japan (Sonntag, 13.00) komplettiert das Feld.

"Es wäre schön, wenn wir es wieder zu Olympia schaffen", meinte Michael Grabner, in Sotschi 2014 mit fünf Treffern Torschützenkönig des Olympia-Turniers. "Das wichtigste ist, dass wir gut ins Turnier starten. Wir haben drei Spiele in vier Tagen, wenn du den Start verschläfst, bist du gleich hinten nach", erklärte der NHL-Stürmer der New York Rangers. "Es kommt viel auf die Tagesverfassung an. Wir müssen körperlich fit und für jedes Spiel bereit sein".

Die Vorbereitung mit drei Niederlagen in drei Spielen ist nicht optimal verlaufen, nun aber zählt es. "Es sind von jedem Spieler 100 Prozent gefragt, jeder muss jeden Tag bereit sein, seinen Part zu erledigen. Dann sehe ich keinen Grund, dass es nicht positiv verlaufen sollte", gab sich Kapitän Thomas Raffl kämpferisch. Dass er und seine Kollegen Außenseiter sind, ändert nichts an der Hoffnung auf die zweite Olympia-Teilnahme in Folge. "Das Ziel ändert sich nicht. Wir wollen Erfolg haben, Deutschland und Lettland kommen mit der selben Einstellung. Die Chance ist für jede Mannschaft gleich. Wir schauen von Spiel zu Spiel, das erste Ziel ist einmal das erste Spiel gegen Lettland", betonte der Stürmer.

Gegen Deutschland und Lettland gab es in den vergangenen Jahren stets heiß umkämpfte und enge Spiele. Dass soll sich auch durch die zahlreiche deutsche Verstärkung aus Nordamerika nicht ändern. "Deutschland hat auch sehr gute Spieler in der eigenen Liga und in Europa. Die deutschen Spieler in der NHL sind sicher Top-Spieler, aber die kochen auch nur mit Wasser. Deutschland geht sicher als großer Favorit ins Turnier, aber das ist immer eine harte Rolle, wenn man damit umgehen muss", meinte Raffl.

Vor dem Auftaktspiel werden aber auch schlechte Erinnerungen wach. Bei der A-WM 2015 in Prag trennten sich Lettland und Frankreich genau mit jenem Resultat (2:3 nach Penaltyschießen), mit dem beide den Klassenerhalt schafften und Österreich absteigen musste. Vor dem TV-Schirm verfolgten damals Raffl und Co., wie die Letten nach einer 2:0-Führung abschalteten und Torhüter Edgars Masalski die Franzosen beim Penaltyschießen richtiggehend einlud, indem er sich bei allen drei Versuchen frühzeitig flach aufs Eis legte.

"Das ist nicht mehr so im Hinterkopf, es war leider so", wollte Raffl nichts von einer Revanche wissen. Bei Raphael Herburger sind die Ereignisse noch präsenter. "Es geht jetzt um was anderes, aber es ist noch eine Rechnung offen von Prag. Das haben wir natürlich im Hinterkopf. Wir wollen zeigen, dass wir das von damals gegen Frankreich nicht auf uns sitzen lassen", sagte der Stürmer.