Erstellt am 17. Juni 2014, 13:50

Elite hat Respekt vor Strecke der Österreich-Tour. Die heimischen Rad-Asse mit Riccardo Zoidl an der Spitze waren beeindruckt. Die am Montagabend in Tulln präsentierte Streckenführung der Österreich-Rundfahrt nötigte auch dem Vorjahrssieger großen Respekt ab.

 "Nicht einmal die letzte Giro-Woche war so schwer", sagte der Profi des Teams Trek angesichts von zwei großen und zwei kleineren Bergankünften bei der 66. Auflage. Ex-Staatsmeister Matthias Krizek, ein Helfer der Stars des Cannondale-Rennstalls, meinte angesichts der Schwierigkeiten, er kenne nichts Vergleichbares. Und Patrick Konrad, der bei Gourmetfein Wels die Kapitänsrolle von Zoidl übernommen hat, erklärte, die Route stelle eine Riesenherausforderung dar. "Wenn man auf die Gesamtwertung fahren will, darf man sich keinen schwachen Tag erlauben", sagte der Niederösterreicher.

Insgesamt 14.365 Höhenmeter machen die 1.216 km lange Acht-Etappen-Fahrt ab 6. Juli zur wohl schwierigsten Auflage ihrer Geschichte. Das sind rund 2.000 Höhenmeter mehr als 2013. Zoidl tritt als Nummer 1 des Trek-Rennstalls in der Heimat an, um gegen Fahrer aus neun anderen ProTeams den Sieg zu wiederholen. Leicht wird die Aufgabe für den 26-Jährigen nicht. "Ich muss unserem Teamchef sagen, dass wir noch mehr Bergfahrer brauchen", sagte der Oberösterreicher lächelnd, nachdem er sich einen Überblick über die Route verschafft hatte.

"Keinen Tag zum Ausrasten"

"Die Strecke ist fast zu schwer. Wenn man auf das Gesamtklassement fährt, hat man keinen Tag zum Ausrasten", betonte Zoidl. Die Länge der Etappen der zwei großen Bergankünfte auf dem Kitzbüheler Horn (210 km) und dem Dobratsch (186 km) mache die Sache noch schwieriger. "Es ist ein großer Unterschied, ob man nach vier oder erst nach fünf Stunden zum Schlussanstieg kommt."

Zoidl hat sich im ersten halben Jahr als Neuling auf der WorldTour bei seinem Team bereits sehr gut positioniert. "Sie sind sehr zufrieden mit mir, ich bekomme Freiheiten und mein Einsatzplan weist immer wieder Pausen zum Training auf", versicherte der Gesamtsieger der Europa-Tour 2013.

So auch vor der Österreich-Rundfahrt, für die er die Vorbereitung teils in Tirol, teils in Oberösterreich abspult, wohin er seinen Lebensmittelpunkt nun wieder verlagert. Dabei vertraut Zoidl voll dem Plan des Trek-Coaches Josu Larrazabal. "Vor der Rundfahrt sind wir fast jeden Tag in Kontakt, alleine würde ich sicher Fehler machen", sagte Zoidl.

Durch das gegenüber dem Vorjahr "viel spezifischere" Training habe er sich weiter gesteigert. "Vor allem im Zeitfahren habe ich mich gut entwickelt, die Ergebnisse freuen mich", sprach der Mühlviertler u.a. den 6. Platz bei der Tour de Romandie an, bei der er über 18,5 km nur 29 Sekunden auf Sieger Chris Froome verloren hatte.

Auf einige internationale Stars, die nicht die Tour de France bestreiten, wird Zoidl wohl auch bei der Ö-Tour treffen. Tour-Direktorin Ursula Riha erklärte, sie habe beim Team Sky um einen Start des ehemaligen Tour-de-France-Gewinners und Zeitfahr-Olympiasiegers Bradley Wiggins (GBR) angefragt. Wiggins, der im Vorjahr seinem Landsmann Chris Froome als Nummer eins den Vortritt lassen musste, wird die Tour heuer vermutlich nicht fahren.