Erstellt am 26. Mai 2014, 14:33

von APA Red

EM-Quali für ÖFB-Team Pflicht. Die Zuschauerrolle bei der Fußball-WM bereitet Österreichs Teamkickern schon jetzt Schmerzen. Umso entschlossener präsentiert sich die ÖFB-Truppe im Hinblick auf die kommende EM-Qualifikation.

Die Teilnahme an der EURO 2016 sei kein Wunsch, sondern Pflicht. "Mit diesem Kader müssen wir etwas erreichen, da sind wir in der Pflicht", stellte Sebastian Prödl am Montag in Seefeld in Tirol klar.

"Früher wurde gehofft, mittlerweile fordern wir es von uns selbst. Das ist der große Unterschied. Sollten wir es nicht zur EM schaffen, wäre das nicht schade, sondern ein Scheitern", fand auch Defensivkollege György Garics deutliche Worte. Das gegen Schweden knapp verpasste WM-Quali-Play-off ist ein Stachel, der nach wie vor tief zu sitzen scheint, aber auch zusätzliche Motivation freimachen dürfte. "Ich hab mich selbst in Brasilien gesehen. Es gibt nach wie vor Momente, in denen es sehr wehtut", gestand Prödl.

Der 26-jährige Innenverteidiger kennt starke Argumente, warum es in den kommenden Qualis für die EM 2016 und die WM 2018 anders ausschauen soll. "Die aktuelle Nationalmannschaft ist zwischen 22 und 27 Jahre alt, befindet sich also für die kommenden vier Jahre im besten Fußballeralter. Mit diesem Kader brauchen wir uns nicht verstecken." Respekt vor Gegnern wie Russland, Schweden und Montenegro sei angebracht, "aber Angst kennen wir nicht mehr". "Wir haben diesen Glauben verdrängt, dass wir das dahindümpelnde Österreich sind und nur alle 20, 30 Jahre zu einem Turnier fahren", so Prödl.

Aussetzer wie etwa das 0:0 in der vergangenen Quali in Kasachstan dürfen aber nicht mehr passieren. "In solchen Spielen müssen wir eiskalt sein, den 'lucky punch' landen." Zum Quali-Auftakt im Herbst mit den Heimspielen gegen Schweden, Montenegro und Russland sowie der Auswärtspartie gegen Moldawien wünscht sich Prödl "mindestens sieben Punkte, besser aber neun bis zwölf". Über die kommenden Tests gegen Island und Tschechien meinte Prödl: "Unser Anspruch ist es, diese beiden Spiele zu gewinnen. Auch wenn man gegen beide Gegner höllisch aufpassen muss."

Wie Prödl sieht auch Garics die Abgezocktheit und Abgeklärtheit in den Schlüsselmomenten als entscheidenden Mosaikstein für eine erfolgreiche Quali. "Wir müssen in diesen Szenen kalten Kopf bewahren, das Foul im Mittelfeld machen oder auch einmal den Ball auf die Tribüne dreschen. Das sind Kleinigkeiten, die oft den Unterschied ausmachen", meinte der 30-Jährige.

Wie es auf Clubebene mit den beiden Abwehrspielern weitergeht, steht noch in den Sternen. Werder Bremen soll Prödl einen neuen Dreijahresvertrag anbieten, Prödl soll aber auch mit einem Abgang spekulieren. "Ich habe mit Werder, meinem Berater und meiner Familie gesprochen. Werder möchte mit mir verlängern. Aber ich möchte mir mit meiner Entscheidung Zeit lassen", so Prödl. Weitaus verzwickter ist die Lage bei Garics.

Nach dem Abstieg in die Serie B droht Bologna sogar der finanzielle Kollaps. Zahlreiche Szenarien sind möglich. "Vielleicht geht der Club in Konkurs, vielleicht begleite ich Bologna in die Serie B, vielleicht bekomme ich das Angebot meines Lebens. Es ist wirklich alles möglich", sagte Garics, der nach mittlerweile acht Jahren in Italien sehr gerne weiter im Land des vierfachen Weltmeisters bleiben würde.