Erstellt am 25. April 2016, 12:48

von APA/Red

Erdbeben der Stärke 4,1 in Niederösterreich. Montagmittag hat sich im Osten Österreichs ein deutlich spürbares Erdbeben ereignet.

 |  NOEN, GEORG HOCHMUTH (APA)
Das Epizentrum befand sich im Raum Alland im Bezirk Baden, etwa 20 km südwestlich von Wien. Das berichtete die ZAMG in einer Aussendung. "Leichte Schäden, wie etwa Risse im Verputz, sind bei dieser Stärke möglich", sagte ZAMG-Seismologin Rita Meurers. Auch mit weiteren Nachbeben muss noch gerechnet werden.

Das Erdbeben mit der Magnitude 4,1 ereignete sich um 12.28 Uhr. Es wurde von der Bevölkerung im Epizentralbereich und auch in Wien zum Teil kräftig verspürt, berichtete die ZAMG. Ein erstes Nachbeben erfolgte bereits um 12.49 Uhr - dieses war aber wesentlich schwächer, sagte Meurers.

- Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachzuweisen

- Stärke 3: nur in der Nähe des Epizentrums zu spüren

- Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden

- Stärke 6: mäßiges Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen

- Stärke 7: starkes Beben, Katastrophen mit Todesopfern

- Stärke 8: Großbeben mit vielen Opfern und schweren Verwüstungen

Früher wurde die Erdbebenstärke einheitlich nach der Richterskala bestimmt. Der amerikanische Geophysiker Charles Francis Richter hatte die Skala 1935 speziell für Kalifornien ausgearbeitet. Heute wird die Skala nur noch eingeschränkt eingesetzt, auch weil das Verfahren nur bei Erschütterungen in der Nähe der Messstationen zuverlässige Werte liefert.

Momentmagnitude als bestes Maß

Mittlerweile werden mehrere Skalen parallel verwendet. Derzeit gilt die sogenannte Momentmagnitude als bestes physikalisches Maß für die Stärke eines Bebens. Sie bestimmt das gesamte Spektrum der seismischen Wellen bei Erdstößen. Die meisten Skalen ergeben zumindest bei schwächeren Beben ähnliche Werte wie die Richterskala, erlauben aber eine genauere Differenzierung bei schweren Beben.

Weltweit treten jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke 3 bis 4 auf. Etwa 800 haben die Stärken 5 oder 6. Ein Großbeben hat den Wert 8. Das heftigste bisher auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile. Erdbeben können je nach Dauer, Bodenbeschaffenheit und Bauweise unterschiedliche Auswirkungen haben.