Erstellt am 12. September 2016, 11:17

von APA Red

Erdbeben-Ort Amatrice geht gegen "Charlie Hebdo" vor. Die mittelitalienische Berggemeinde Amatrice, Ort eines schweren Erdbebens am 24. August mit 295 Todesopfern, hat am Montag eine Beschwerde gegen die französische Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" eingereicht.

 |  APA (AFP)

Der Vorwurf, den ein Rechtsanwalt im Namen der Gemeinde bei einem Gericht der Stadt Rieti vorbrachte, lautet auf schwere Diffamierung. 

Karikaturen des Satire-Magazins über die Katastrophe hatten in ganz Italien Empörung und Wut ausgelöst. Auf einer Zeichnung mit der Überschrift "Erdbeben auf italienische Art" waren drei Erdbebenopfer als Nudelgerichte dargestellt. Später veröffentlichte "Charlie Hebdo" auf Facebook noch eine weitere Zeichnung zum Erdbeben. Darauf sagt eine verschüttete Frau: "Nicht 'Charlie Hebdo' baut eure Häuser, sondern die Mafia."

Die französische Botschaft distanzierte sich von den Karikaturen. Der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Pirozzi, zeigte sich entsetzt. "Wie ist es möglich, eine Karikatur über Tote zu veröffentlichen?", sagte er gegenüber lokalen Medien. Er sei sicher, dass die Zeichnungen nicht die Gefühle der Franzosen repräsentieren.

"Charlie Hebdo" ist eine französische Satire-Zeitschrift, die mit einer wöchentlichen Druckauflage von rund 60.000 Exemplaren in Paris erscheint. Im Jänner 2015 war das Magazin Ziel eines Terroranschlags: Zwei Islamisten stürmten das Redaktionsbüro und töteten zwölf Redaktionsmitglieder.

Mittelitalien war am 24. August von einem Erdbeben der Stärke 6,0 bis 6,2 erschüttert worden. 295 Menschen kamen ums Leben. Der Großteil der Opfer stammte aus dem weitgehend zerstörten Urlaubsort Amatrice.