Erstellt am 05. Mai 2014, 17:34

Erfolgreiche Generalprobe zur Zentralmatura an AHS. Die Generalprobe zur schriftlichen Zentralmatura im Fach Deutsch ist am Montag ohne Probleme über die Bühne gegangen.

Alle 58 am Schulversuch beteiligten Gymnasien haben die richtigen Prüfungsunterlagen erhalten, es seien keine Pannen gemeldet worden, teilte das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) mit. Ab kommendem Jahr sind die einheitlichen Klausuren an den AHS Pflicht.

Nach dem Auftakt mit Deutsch folgen bis zum 14. Mai im Tagesabstand die zentralen Reifeprüfungen in den anderen Gegenständen. Am verbreitetsten ist die Schulversuchs-Zentralmatura im Fach Englisch: Sie wird bereits an 318 (von insgesamt 344) AHS erprobt, in Französisch sind 172 Standorte dabei, in Latein 55 und in Mathematik 28. An 92 Prozent der Gymnasien werden in zumindest einem Maturafach die zentralen Bifie-Fragen verwendet.

Die komplette neue Matura (inklusive neuer mündlicher Matura und vorwissenschaftlicher Arbeit) wird dagegen versuchsweise an nur zwei AHS - Stiftsgymnasium St. Paul/Lavanttal und Liese Prokop Privatschule für Hochleistungssportler Maria Enzersdorf - absolviert. Auch an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) finden zeitgleich Schulversuche statt - die Zentralmatura wird dort aber erst 2016 verpflichtend.

Im Stiftsgymnasium St. Paul starteten um 8.00 Uhr 28 junge Frauen und Männer mit dem Gegenstand Deutsch in die schriftlichen Prüfungen. Die vom Bifie ausgearbeiteten Fragestellungen wurden in Papierform von einem speziellen Kurier-Unternehmen nach St. Paul gebracht, hatte der Lehrer, Pater Thomas Petutschnig, im Vorfeld erklärt. Geöffnet wurde das Kuvert erst unmittelbar vor der Klausur vom Lehrer im Klassenzimmer. Neue Regeln hin oder her - nervöser als in vergangenen Jahren war der Deutschlehrer nicht, sagte er und ist damit wohl nicht allein: "Auch wenn ich diesen Jahrgang mit anderen vergleiche, ist die Aufregung unter den Schülerinnen und Schülern nicht größer."

Kritik an der Form der Zentralmatura kommt vom Bildungswissenschafter Stefan Hopmann (Uni Wien). Die Schüler seien "Versuchskaninchen für eine Idee, die nicht gut ist, pädagogisch unvertretbar ist", so Hopmann im Ö1-"Mittagsjournal". Er plädiert daher dafür, dass nicht alle Aufgaben vom Bifie vorgegeben werden, sondern der Großteil von der Schule kommt. "Hat mein Lehrer einen falschen Schwerpunkt erwischt, habe ich Pech gehabt." Und: "Je zentraler ein Test, desto ungerechter ist er", so Hopmann im "Kurier".