Erstellt am 23. April 2015, 11:56

von APA/Red

Mutmaßlicher Taxi-Mörder wartete stundenlang auf sein Opfer. Jener Mann, der im Verdacht steht, eine 56-jährige Taxilenkerin in der Nacht auf Dienstag in Gunskirchen nahe Wels ermordet zu haben, dürfte recht lange auf sein späteres Opfer gewartet haben.

Laut dem Artikel wurden dem Mann Bilder aus einer Überwachungskamera am Linzer Bahnhof zum Verhängnis. Aber auch seine DNA habe zu einem Treffer geführt. Er sei demnach amtsbekannt. Die Wohnung des Mannes sei bereits gestürmt worden, hieß es in dem Bericht weiter, der Verdächtige sei aber nicht zu Hause gewesen. Es wurde eine europaweite Fahndung eingeleitet.

Täter ist vorbestraft und besonders gefährlich

Bei dem Gesuchten handelt es sich um "eine besonders gefährliche Person", warnte der Leiter des oö. Landeskriminalamts, Gottfried Mitterlehner, in einer Pressekonferenz am Donnerstagabend in Linz. Man solle in jedem Fall die Polizei verständigen, wenn man ihm begegne oder Hinweise geben könne, appellierte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wels, Christian Hubmer.

"Die Gefährlichkeit gründet nicht nur auf der aktuellen Tat, sondern auch auf der Vorstrafenlage, wo neben Vermögensdelikten massive Angriffe gegen Leib und Leben verzeichnet sind", sagte Hubmer. Der Mann sei auch bereits in Haft gewesen. Näheres zu seinem Vorleben wollten die Ermittler nicht sagen.

Ein Bezug zwischen dem mutmaßlichen Täter und dem Opfer seien "aktenkundig nicht erkennbar", erklärte Hubmer. Derzeit wisse man nicht, wo sich der Mann aufhalte, daher wollen die Ermittler auch nichts Näheres zu seinem Wohnort sagen. Nach dem Verdächtigen wird EU-weit gefahndet.

Mörder wartete stundenlang auf sein Opfer

Jener Mann, der im Verdacht steht, eine 56-jährige Taxilenkerin in der Nacht auf Dienstag in Gunskirchen nahe Wels ermordet zu haben, dürfte recht lange auf sein späteres Opfer gewartet haben.

"Das Bildmaterial des ganzen Tages muss noch ausgewertet werden, es dürften aber Stunden sein", so Polizeisprecher Bernd Innendorfer.

Der mutmaßliche Mörder dürfte gegen 21.30 Uhr am Linzer Hauptbahnhof das Taxi bestiegen und sich nach Gunskirchen fahren lassen haben. Dort kam es laut Rekonstruktion der Polizei gegen 22.10 Uhr zu der Bluttat.

Das Motiv war vorerst unklar, allerdings fehlt die Geschäftsbrieftasche mit der Tageslosung, wie die Polizei berichtete. Sich deshalb unbedingt auf einen Raubmord festzulegen, sei aber verfrüht, hieß es.

"Vielzahl an Hinweisen, wenig Zielführendes"

Aktuell ist die Polizei in dem Fall mit den Zeugenhinweisen gefordert: "Es gibt eine Vielzahl an Hinweisen, aber wenig Zielführendes", so Innendorfer. Die gefundene Jacke sei auch eine Massenware gewesen, man erhoffe sich eher aus dem auffälligen Aussehen des Verdächtigen - klein, sehr schlank und mit Glatze - in Kombination mit dem Kleidungsstück Tipps aus der Bevölkerung. "Wir ermitteln in alle Richtungen", so der Polizei-Sprecher.

Der Unternehmer, für den die Lenkerin arbeitete, hatte Alarm geschlagen, weil keine Kontaktaufnahme mit der Frau mehr möglich war. Er stellte per Ortung fest, dass sich das Fahrzeug in Gunskirchen befand. Dort entdeckte die Polizei auf dem Parkplatz eines Gartencenters den Wagen mit der blutüberströmten Leiche der 56-Jährigen. Sie wies mehrere Schnitt- und Stichwunden auf, die laut vorläufigem Obduktionsergebnis auch zum Tod geführt haben.

Messer als mutmaßliche Tatwaffe

Die Ermittler stellten ein Messer - die mutmaßliche Tatwaffe - und eine schwarz-weiße Jacke der Marke "Smog" mit der Aufschrift "WEST HILL 1982 Scotland" in der Konfektionsgröße "S" sicher, die dem Täter gehört haben dürfte. Auf Überwachungsbildern des Linzer Bahnhofs von Montagabend wurde ein Mann ausgemacht, der eine derartige Jacke trug.