Erstellt am 22. Juni 2015, 12:21

von APA/Red

Nach Amokfahrt in Graz: Frau des Verdächtigen vernommen. Die Ehefrau des Amokfahrers von Graz ist laut Staatsanwaltschaft am Sonntag in Graz vernommen worden. Die Mutter zweier Kinder, die von dem 26-Jährigen getrennt lebt, dürfte nicht wie kolportiert zum Zeitpunkt der Amokfahrt in Bosnien gewesen sein.

Der Geländewagen des mutmaßlichen Amokfahrers  |  NOEN, APA (Gubisch)

Die Polizei hatte angerufen und um eine Zeugenaussage gebeten, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Christian Kroschl, am Montag.

Über ihre Angaben vor der Polizei wollen die Ermittler vorerst nichts öffentlich bekannt machen, ihr Noch-Ehemann dürfte die Amokfahrt aber nicht bei ihr angekündigt haben, sagte Kroschl. Laut Stadt Graz ist die Zahl der verletzten Opfer von 34 auf 36 gestiegen.

Zwei Menschen waren nach der Tragödie verletzt nach Hause gegangen und meldeten sich erst später in Krankenhäusern. Das konnte die Staatsanwaltschaft aber vorerst nicht bestätigten.

Seit Jahren Anzeigen gegen Täter

Von den drei Opfern, die am Sonntag noch in Lebensgefahr waren, konnte am Montag seitens des LKH Graz in einem Fall leichte Entwarnung gegeben werden. Bei einer Person habe sich der Zustand verbessert, die beiden anderen dagegen waren noch nicht "über den Berg": Ihr Zustand war zwar stabil, aber nach wie vor kritisch, erklärte eine Sprecherin.

Indessen werden immer mehr Details aus dem Umfeld des Täters bekannt: Schon öfter hat die Polizei zum Wohnort des 26-jährigen Amokfahrers ausrücken müssen - nicht nur Ende Mai, als er nach häuslicher Gewalt weggewiesen worden war.

Schon seit Jahren mussten die Beamten Anzeigen gegen den Verdächtigen aufnehmen. Auch ein Gewehr sei einmal bei ihm sichergestellt worden, hieß es am Montag.

Während der Amokfahrer in der Grazer Justizanstalt Jakomini auf seine Haftprüfung beim Untersuchungsrichter wartet, wohnen seine Eltern weiter im gemeinsamen Haus südlich von Graz. Über den 26-Jährigen soll noch am Montag oder am Dienstag die U-Haft oder eine vorläufige Anhaltung in einer Nervenklinik verhängt werden.

Unterstützung für Betroffene 

Das Kriseninterventionsteam (KIT) des Landes Steiermark teilte am Montag mit, dass auch in den kommenden Tagen kostenlose Unterstützung für Betroffene und Angehörige geboten wird:

Das KIT ist ab sofort die ganze Woche von 8.00 bis 20.00 Uhr unter der Hotline-Nummer 0316/877-6551 in der Landeswarnzentrale erreichbar. Nach 20.00 Uhr kann das Kriseninterventionsteam über die Landeswarnzentrale-Notrufnummer 130 angefordert werden.

NÖN.at berichtete: