Erstellt am 13. April 2015, 19:28

von APA/Red

Salzburger Taxifahrer wegen Schlepperei in Bayern verhaftet. Ein 41-jähriger Taxifahrer aus Salzburg ist am Sonntag bei Freilassing (Bayern) nahe der Grenze zu Salzburg von deutschen Polizisten wegen des Verdachtes des Einschleusens von fünf Personen festgenommen worden.

Seine Fahrgäste, die offenbar in Ungarn und Bulgarien um Asyl angesucht haben, führten laut Polizei keine Papiere mit und waren demnach unerlaubt nach Deutschland eingereist.

Nach der Befragung durch die Polizei wurde der Taxifahrer am Sonntag wieder auf freien Fuß gesetzt. Er erklärte, dass es sich bei den 1.500 Euro, die er im Auto mitführte, nicht um einen Schleusenlohn, sondern um die Einnahmen aus der vergangenen Woche gehandelt habe.

Kampfmesser in Beifahrertüre deponiert

Der Salzburger werde aber bei der Staatsanwaltschaft Traunstein wegen des Verdachtes des "Einschleusens von Ausländern" angezeigt, wie ein Sprecher der Pressestelle der Bundespolizeiinspektion Rosenheim am Montag erklärte. Da der Mann auch ein beidseitig geschliffenes Kampfmesser in der Beifahrertüre deponiert hatte, werde er auch wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz angezeigt, so der Polizist.

Die fünf Fahrgäste - drei Erwachsene und zwei Minderjährige aus Afghanistan und Pakistan - wurden vorerst in eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge gebracht. Sie hatten keine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland. Über ihren weiteren Verbleib in Deutschland werde noch entschieden, hieß es.

Ob es sich tatsächlich um Flüchtlinge handle, müsse noch überprüft werden, sagte der Polizei-Sprecher. In Zusammenhang mit der Causa rate die deutsche Bundespolizei Berufskraftfahrern im grenzüberschreitenden Verkehr, ihre Fahrgäste zur Sicherheit nach Pässen, Ausweisen, Visa oder anderen Papieren zu fragen und im Zweifelsfall die zuständigen Polizeibehörden einzuschalten.

Chef der Salzburger Funktaxivereinigung reagiert empört

Der Chef der Salzburger Funktaxivereinigung, Peter Tutschku, reagierte Medienberichten zufolge empört auf die Festnahme. Es werde nun überlegt, ob man überhaupt noch über die Grenze nach Freilassing fahre.

Ins selbe Horn stieß Erwin Leitner, Vertreter des Beförderungsgewerbes in der Wirtschaftskammer. Man sei schon so weit, den Taxilenkern zu empfehlen, die Fahrgäste an der Grenze aussteigen zu lassen.