Erstellt am 05. Oktober 2015, 12:42

von APA/Red

Antibiotika-Verbrauch in der Geflügelhaltung massiv gesunken. Der Antibiotika-Verbrauch in der heimischem Geflügelhaltung ist von 2011 bis 2014 um 44 Prozent gesunken. Das geht aus dem "Antibiotika Monitoring Report 2015" der Österreichischen Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV) hervor.

Im Normalfall keine großen Herdenkonzentrationen  |  NOEN, APA (dpa)

 Demnach entfallen nur rund zweieinhalb Prozent des gesamten Antibiotikaverbrauches in Österreich aktuell auf die Geflügelhaltung.

2011 wurden in diesem Bereich noch 4,71 Tonnen Antibiotika eingesetzt, 2014 waren es 2,66 Tonnen. Davon entfallen den Angaben zufolge 1,01 Tonnen auf Truthühner, 0,90 Tonnen auf Masthühner und etwa 0,48 Tonnen auf Legehennen. Deutlich dahinter kommen Elterntiere mit 0,18 Tonnen und Junghennen mit 0,09 Tonnen.

Zurückzuführen ist diese Entwicklung nach Angaben der Vereinigung auf Investitionen der vergangenen Jahre. So verfüge Österreich heute über eines der dichtesten Kontrollsysteme in der Geflügelhaltung. Grundlage ist eine Datenbank mit der Bezeichnung Poultry Health Data (PHD), in der alle Impfungen und Antibiotika-Verschreibungen durch Tierärzte dokumentiert werden.

"Neben der zentralen PHD-Datenbank sorgen laufende Kontrollen, vollständige Herdendokumentationen sowie die elektronische Vernetzung von Zucht- und Mastbetrieben dafür, dass Erreger heute schneller erfasst und effektiver behandelt werden", hieß es in der Aussendung. Antibiotika dürfen ausschließlich von registrierten Betreuungsärzten und nur in begründeten Fällen verschrieben werden. Präventive oder leistungsfördernde Verabreichungen sind verboten.

Als zusätzlichen Sicherheitsfaktor wertet die QGV den Umstand, dass die Geflügelmast in Österreich großteils in der Hand von bäuerlichen Familienbetrieben liegt, weshalb es an keinem Standort zu großen Herdenkonzentrationen kommt. Das bringe ein geringeres Krankheitsrisiko und damit auch einen geringeren Bedarf an Antibiotika-Behandlungen mit sich.

Österreich weist den Angaben zufolge im veterinärmedizinischen Bereich einen wesentlich geringeren Antibiotika-Einsatz auf als einige andere EU-Staaten. In Deutschland sei der Verbrauch umgelegt auf die Nutztierpopulation acht Mal so groß. "Damit weist Deutschland EU-weit den höchsten Antibiotikaeinsatz auf, dicht gefolgt von Spanien und Italien. Insgesamt ist der Antibiotikaverbrauch im Nutztierbereich dieser drei Länder höher als der aller anderen EU-Länder zusammen", erklärte die QGV.