Erstellt am 09. August 2015, 10:31

von APA/Red

Erneut Schwarzer in den USA von Polizei erschossen. In den USA ist erneut ein unbewaffneter Schwarzer von einem weißen Polizisten erschossen worden.

 |  NOEN, APA (Archiv/epa)

Laut Polizei war der 19-jährige Student in Arlington, Texas, mit einem Auto in das Schaufenster eines Autohändlers gefahren. In Ferguson, Missouri, wo vor einem Jahr ebenfalls ein unbewaffneter Schwarzer von einem Polizisten getötet worden war, protestierten unterdessen Hunderte gegen Polizeiwillkür.

Der Tote in Arlington sei unbewaffnet gewesen, teilte die Polizei mit. Der Vorfall werde untersucht. Wie das gerichtsmedizinische Institut bekannt gab, hatte der Tote Schusswunden am Hals, im Brustkorb und im Bauch.

Debatte um übermäßige Gewaltanwendung

Nachdem in den vergangenen Monaten vor allem unbewaffnete Schwarze von Polizisten erschossen wurden, ist in den USA eine Debatte um übermäßige Gewaltanwendung im Dienst entbrannt. Es kam auch immer wieder zu Unruhen. Auslöser waren die tödlichen Polizeischüsse auf einen schwarzen Jugendlichen in der US-Kleinstadt Ferguson vor genau einem Jahr. An ihn soll mit einer Reihe von Veranstaltungen gedacht werden.

Am Samstagabend demonstrierten Hunderte in Ferguson gegen Polizeiwillkür und Rassismus. An der Spitze des friedlichen Zuges liefen Browns Vater und weitere Angehörige, den Abschluss bildeten Kinder mit einer Blaskapelle. Die Polizei war massiv präsent. Am Vorabend des ersten Todestags Browns riefen die Demonstranten Parolen wie: "Hände hoch, nicht schießen" oder "Wir sind hier ... für Michael Brown". Auf einem der Schilder war zu lesen: "Bitte hört auf, uns zu töten". Einige Demonstranten legten Plüschtiere entlang der Marschroute ab. Diese endete an der Normandy High School, die der 18-jährige Brown besuchte.

Der Polizist Darren Wilson hatte Brown am 9. August 2014 nach einem Handgemenge mit mehreren Schüssen getötet. Wilson wurde nicht angeklagt, obwohl der Teenager unbewaffnet war. Browns Tötung und der spätere Verzicht auf einen Strafprozess hatten in Ferguson und zahlreichen anderen Städten der USA zu teils gewalttätigen Protesten geführt. An dem Fall entzündete sich eine landesweite Debatte über Rassismus und Polizeigewalt.

Schwarze Bevölkerung fühlt sich diskriminiert

Die mehrheitlich schwarze Bevölkerung von Ferguson fühlt sich von der überwiegend weißen Polizeitruppe systematisch diskriminiert. Ein Anfang März veröffentlichter Bericht des US-Justizministeriums ergab, dass Schikanen von Schwarzen durch die Polizei im Vorort von St. Louis im Bundesstaat Missouri an der Tagesordnung waren. Mittlerweile hat Ferguson einen schwarzen Polizeichef, auch die Führungsebene der Stadtverwaltung wurde teilweise ausgetauscht.

Für Sonntag sind verschiedene Veranstaltungen zum Gedenken an Michael Brown vorgesehen, unter anderem ein Schweigemarsch zu einer Kirche mit einem anschließenden Gottesdienst. Außerdem wird es eine viereinhalbminütige Schweigeminute geben. Damit soll daran erinnert werden, dass der tote Brown viereinhalb Stunden auf der Straße lag, bevor der Leichnam weggebracht wurde.