Erstellt am 03. Juli 2014, 18:49

Erste Group erwartet Milliardenverlust. Die börsenotierte Erste Group hat am Donnerstagabend schlechte Nachrichten geliefert: Für 2014 erwartet das Institut einen Nettoverlust von 1,4 bis 1,6 Milliarden Euro.

Der Grund: Die Bank muss für Ungarn und Rumänien mehr für faule Kredite zur Seite legen. Damit dürften die Risikovorsorgen von ursprünglich veranschlagten 1,7 Milliarden auf 2,4 Mrd. Euro steigen, wie die Bank bekannt gab. In Ungarn geht es um Belastungen aus einem neuen Bankengesetz, das die Banken in dem Land zu Rückzahlungen an Fremdwährungskreditnehmer zwingen wird.

In Rumänien steht ein "Werthaltigkeitstest" für alle dortigen immateriellen Vermögenswerte (Firmenwert, Marke, Kundenstock) für in Summe 800 Mio. Euro an. "Dies kann zu einer Komplettabschreibung dieser Vermögenswerte führen", so die Erste. Dabei könnte es auch zu einer Abschreibung latenter Steuern von rund 200 Mio. Euro kommen.

Im Vorfeld dieser drastischen Gewinnwarnung hatte sich der Aktienkurs der Ersten am Donnerstag bereits belastet gezeigt.

Für 2014 wird der Vorstand wegen des hohen Verlusts jedenfalls keine Dividende vorschlagen, sagte der Erste-Chef. Weitere Nachrichten zu den heutigen Vorstandsentscheidungen und damit zusammenhängenden Maßnahmen soll es in der Halbjahrespressekonferenz am 31. Juli geben.

Das konsolidierte Gruppenbetriebsergebnis der Ersten soll "leicht" unter dem für 2014 prognostizierten Wert liegen. 2015 wird ein stark verbessertes Betriebsergebnis nach Risiko erwartet.