Erstellt am 25. Juli 2014, 10:44

von APA Red

EU-Austrittswunsch polarisiert. Die Frage nach einem eventuellen EU-Austritt polarisiert in Österreich extrem stark. Das haben Meinungsforscher des Linzer Instituts IMAS nun in einer Umfrage nachgewiesen.

Setzt man den Testpersonen die bereits vorgefasste Meinung, wir sollten die EU wieder verlassen, zur Bewertung vor, findet sich sogar eine hauchdünne Mehrheit dafür.

Auch Adoptionsrecht polarisiert

IMAS hat im April und Mai 1.004 repräsentativ für die Bevölkerung über 14 Jahre ausgewählte Personen mit Meinungen zu einigen zuletzt heftig diskutierten Themen konfrontiert und ihre Zustimmung bzw. Ablehnung erhoben. Daraus wurde ein Saldo gebildet. Je kleiner er ist, umso mehr polarisiert ein Thema.

Die Meinungsforscher legten ihrer Arbeit die These zugrunde, dass man vor allem dann leichter seine Ansicht äußert, wenn man glaubt, ohnehin mit dem Strom zu schwimmen.

Annähernd so stark wie die Frage des EU-Austritts (Saldo plus zwei Prozent) polarisiert noch das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare. Hier ergibt sich aus Befürwortern minus Gegnern eine Differenz von sechs Prozent, also eine knappe Mehrheit dafür. Eine viel deutlicherer Zustimmung kann hingegen die Forderung, dass gleichgeschlechtliche Paare unter den gleichen Bedingungen wie heterosexuelle heiraten dürfen (plus 31 Prozent), auf sich verbuchen.

Kontroversen über Klimawandel

Absolut mehrheitsfähig ist der Ruf nach "stärkeren Spielregeln für Zuwanderer", er schaffte einen Saldo von plus 73 Prozent. Die Ansicht, dass das derzeitige Wirtschaftssystem nicht mehr funktioniert (Saldo plus 50 Prozent) ist ebenfalls Mainstream. Dass Kinder bis zum dritten Lebensjahr nicht in Krippen untergebracht werden sollten, findet um 42 Prozent mehr Zustimmung als Ablehnung und ist damit ebenfalls ein weitverbreiteter Standpunkt.

Die Einführung der Gesamtschule und Auflösung des Hauptschul- und Gymnasiums-Systems kommt bei der Rechnung Befürworter minus Gegner auf einen Negativwert von 21 Prozent und damit eine klar erkennbare Ablehnung. Die Aussage, dass der Klimawandel übertrieben dargestellt wird, ist wieder kontroverser: Ihr stimmen 41 Prozent zu, 52 Prozent halten sie für falsch, ergibt einen ablehnenden Saldo von minus elf Prozent für diese These.