Erstellt am 22. Mai 2014, 22:06

von APA/Red

EU-Spitzenkandidaten beendeten TV-Marathon. Die EU-Spitzenkandidaten der heimischen Parlamentsparteien haben am Donnerstag zumindest ein Ziel abhaken können: Die TV-Konfrontation im ORF stellte den Abschluss eines veritablen Fernseh-Marathons dar.

Nach Puls 4 (am Montag) und ATV (am Mittwoch) haben die Listenersten somit nicht nur drei "Elefantenrunden" absolviert, sondern auch unzählige Zweier-Konfrontationen und Interviews.

Die ORF-Debatte fand vor Publikum statt, das auch hie und da Applaus spendete. Besonders deutlich fiel dieser mehrmals für den FPÖ-Spitzenkandidaten Harald Vilimsky aus. Anders als bei den TV-Konfrontationen zur Nationalratswahl 2013 wurden die Studiogäste diesmal aber nicht von den Parteien gestellt.

Inhaltlich unterschieden sich die Statements der fünf Diskutanten kaum von dem, was bisher im Wahlkampf zu hören war. Die Themenpalette reichte von Fragen der Gewaltenteilung und Machtverteilung in Europa über die Eurorettung, Außenpolitik, Arbeitslosigkeit bis hin zu Asyl und dem geplanten Freihandelsabkommen TTIP.

Einbindung von User- bzw. Zuseherfragen via Twitter

Vom Setting her lässt sich in TV-Diskussionen eindeutig der Trend zur Standhaftigkeit ablesen: In allen drei Runden durften sich die Kandidaten nicht hinsetzen. Pflichtelement ist mittlerweile die Einbindung von User- bzw. Zuseherfragen via Twitter, auch die Redezeiten wurden wieder genau beobachtet.

Moderiert von Ingrid Thurnher wurde die ORF-Sendung tendenziell als thematisch gegliedertes Gruppen-Interview angelegt, in denen zwar Standpunkte ausgetauscht wurden, sich die Diskutanten aber weniger angriffslustig gaben als in den Debatten im Privat-TV. Zum Schluss gab's Argumentationsaufgaben, in denen die Kandidaten fiktiven Personen, die nicht unbedingt ihrem Wählerkreis angehören, die Vorteile der EU erklären mussten.

Weidlich genutzt wurden von den Parteien das schöne Wetter, um am Küniglberg Präsenz zu zeigen. Alle hatten ihre Anhänger mit jeder Menge Luftballons in Kampagnenfarbe mobilisiert, um das Eintreffen "ihrer" Kandidaten frenetisch zu bejubeln. Und wie angekündigt stellte sich im Laufe des Abends dann auch noch "Europa anders"-Spitzenkandidat Martin Ehrenhauser mit seinem aufblasbaren Elefanten ein.