Erstellt am 14. September 2016, 16:29

von APA Red

Rapid mit richtungsweisendem Duell gegen Genk. Das europäische Saisonziel hat Fußball-Rekordmeister Rapid mit dem Einzug in die Gruppenphase bereits erreicht. Der Aufstieg ins Sechzehntelfinale wäre eine Draufgabe, die die Hütteldorfer ab Donnerstag (19.00 Uhr) anpeilen.

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Die erste von sechs Partien ist gleich richtungsweisend, kommt doch mit dem belgischen Club KRC Genk, der auf dem Papier schwächste Gruppe-F-Gegner ins Allianz Stadion.

"Wir haben letztes Jahr bewiesen, dass wir in der Europa League bestehen können, das wollen wir wieder zeigen", gab Co-Kapitän Stefan Schwab die Marschroute vor. Damals wurde zum Auftakt als großer Außenseiter Villarreal 2:1 besiegt, gefolgt von einem erfolgreichen Herbst samt Gruppensieg. Diesmal hat Spiel eins eine noch größere Bedeutung. "Da wird man schon sehen, in welche Richtung es geht. Wir wollen gewinnen, dann können wir angreifen", betonte Schwab. Die weiteren Gruppengegner sind Athletic Bilbao und US Sassuolo.

Geht man nach dem Marktwert der Spieler wäre ein Heimsieg eine Überraschung. Jener von Genk ist auf

mit 45,15 Millionen Euro fast doppelt so hoch wie der von Rapid (24,85). "Wir brauchen deshalb nicht auf dicke Hose machen. Wir nehmen die Rolle als wirtschaftlicher Marktwertaußenseiter an, haben aber trotzdem das Ziel, erfolgreich zu sein", erklärte Trainer Mike Büskens.

Zu siegen ist seiner Truppe zuletzt schwergefallen. In der Bundesliga gab es drei Remis in Folge, das Heim-0:2 gegen Trencin im Europacup eingerechnet ist Rapid seit vier Partien sieglos. Büskens sieht das gelassen, zumal es die jüngsten Unentschieden gegen Meister Salzburg und Tabellenführer Sturm Graz gab. "Das waren sehr intensive, enge Spiele, wo es in eine Richtung kippen hätte können, deshalb bin ich mit dem Engagement und der Performance zufrieden", resümierte der Deutsche.

Worauf es am Donnerstag ankommen wird, weiß der Ex-Schalker genau: "Wir müssen kompakt sein, die Räume eng machen, die Türen verschlossen halten und mutig mit dem nötigen Risiko und Esprit in die Box kommen." Ein Beispiel können sich die Rapidler an Standard Lüttich nehmen, der Club beendete Genks Serie von drei Siegen in Folge am Sonntag in der Jupiler League mit einem 2:0-Erfolg.

"Sie haben eine gute Mannschaft, die Fußball spielen will, aber auch immer wieder Chancen zulässt, wie man gegen Lüttich gesehen hat", machte sich Büskens durchaus Hoffnungen. In der Analyse wurde nicht nur diese Partie herangezogen, der Gegner wurde genauestens studiert. "Sie haben große Qualität nach vorne und Robustheit nach hinten", weiß Rapids Coach.

Vor der Offensivabteilung des belgischen Tabellensiebenten hat er großen Respekt. "Bailey hat ein gutes Tempo, eine gute Beweglichkeit. Buffel hat schon viele Schlachten geschlagen, daher die nötige Erfahrung. Samatta ist sehr robust, hat Tempo, sucht die Tiefe und Pozuelo ist der Ideengeber", analysierte der 48-Jährige.

Bezüglich seiner eigenen Mannschaft gab es noch Fragezeichen. Innenverteidiger Christopher Dibon trainierte am Dienstag nur individuell, eine Einsatzentscheidung fiel erst nach dem Abschlusstraining. Offen blieb auch die Besetzung des Mittelfeldes, wo es mehrere Varianten gibt. Fix ist der Einsatz von Richard Strebinger im Tor. "Richi hat zuletzt einen guten Job gemacht", betonte Büskens.

Zu erwarten sind enge Duelle mit dem dreifachen belgischen Meister. Vor drei Jahren hatte es ebenfalls in dieser Bewerbphase in den direkten Duellen keinen Sieger gegeben. Beim 1:1 in Genk gelang Marcel Sabitzer (82.) erst in der Schlussphase der Ausgleich. Auch in Wien hatten die Belgier das erste Tor erzielt. Ein Doppelpack von Terrence Boyd (40., 45.+2) war in der Folge für einen Rapid-Sieg zu wenig, da Genks jetziger Kapitän Thomas Buffel in der 61. Minute das 2:2 erzielte.

Auf die Torschützen von damals können die Hütteldorfer längst nicht mehr bauen, mit Jan Novota, Mario Sonnleitner, Christopher Dibon, Thomas Schrammel, Steffen Hofmann und Louis Schaub stehen aber noch sechs Spieler im aktuellen Kader, die auch schon damals aktiv auf dem Feld mitgewirkt hatten.

Während Rapid bei fünf Anläufen in der Europa League (in Startspielen gab es zwei Siege und drei Niederlagen) nur einmal die Gruppenphase überstand, schaffte Genk bei beiden Teilnahmen (2012/13 und 2013/14) als Gruppensieger den Aufstieg. In der Folge kam wie zuletzt auch für Rapid im Sechzehntelfinale das Aus. Das Out gegen Anschi Machatschkala im Februar 2014 war Genks letzter Auftritt auf europäischer Ebene vor Saisonbeginn. In der Quali mussten sie mit Buducnost Podgorica, Cork City und Lokomotiva Zagreb drei Hürden nehmen. Rapid schaltete Torpedo Schodsina (BLR) und AS Trencin (SVK) aus.

Bis Mittwochmittag waren mehr als 21.000 Dreier-Abos verkauft, rund 1.000 Karten waren noch zu haben.