Erstellt am 31. Juli 2014, 21:04

von Bernhard Schiesser

St. Pölten darf weiter träumen. Die Wölfe verloren das Hinspiel zur 3. Qualifikationsrunde der Europa League in Eindhoven zwar mit 0:1, haben aber in einer Woche im Heimspiel die große Chance auf die Sensation.

St. Pölten-Trainer Herbert Gager stellte seine Mannschaft gegen die weit höher eingeschätzte Truppe aus Eindhoven wieder hervorragend ein. Der SKN darf weiter vom Aufstieg träumen.  |  NOEN, APA/Georg Hochmuth
„Wir wollen ein gutes Resultat holen“, gab SKN-Trainer Herbert Gager vor dem Spiel das Ziel für das St. Pöltner Europacup-Highlight in Eindhoven aus. Und sie holten ein solches. Nach der 0:1-Niederlage ist für das Rückspiel am Donnerstag in der NV Arena noch alles offen. Die St. Pöltner hievten sich vollkommen verdient in eine gute Ausgangsposition.

St. Pöltner Wölfe legten unerschrocken los

Die Wölfe ließen sich von den gut 25.000 Zuschauern im Philips-Stadion nicht beeindrucken und legten unerschrocken los. Wie schon beim 2:0-Sieg über Plovdiv vor einer Woche schickte Trainer Herbert Gager seine Mannschaft mit einem sehr flexiblen 3-5-2-System aufs Feld.

Gegen die im Spielaufbau sehr behebig agierenden Holländer war das genau das richtige Defensivkonzept. Bis auf eine gute Chance von Luuk de Jong nach Fehler von Bernhard Fucik ließen die Niederösterreicher kaum gefährliche Möglichkeiten zu.

Mit einem verdienten 0:0 zur Halbzeit

Und der SKN setzte in der Offensive Nadelstiche. Dass diese Eindhoven bis zur Pause nicht richtig weh taten, lag an der Abschlussschwäche. Schon in der 6. Minute kam Dominik Hofbauer aus halblinker Position im Strafraum zum Schuss, verzog aber.

Auch nach einem mustergültigen Konter in Minute 21 über Fucik, Hofbauer und Kerschbaumer hätten die St. Pöltner in Führung gehen können. Kerschbaumers Schuss landete aber in den Händen von Eindhoven-Keeper Jeroen Zoet. Erst am Ende der ersten Halbzeit wurden die hoch favorisierten Gastgeber stärker. Es ging aber verdientermaßen mit dem 0:0 in die Kabinen.

1:0 in der 56. Spielminute

Nach der Pause stellte Gager um. Er brachte Manuel Hartl für Bernhard Fucik und wollte damit das Mittelfeld stärken. Zehn Minuten lang klappte das. In der 56. Minute setzte sich aber der immer stärker werdende Laciano Narsingh am linken Flügel gegen Marcel Holzmann durch.

Seine Flanke verwertete Luuk de Jong per Kopf zum 1:0. Eine Führung, die sich bis dahin nicht unbedingt abgezeichnet hatte.

Starke Leistung der Niederösterreicher

Danach kontrollierte Eindhoven die Partie, ohne aber jenen Druck aufzubauen, den man vom holländischen Traditionsverein eigentlich über 90 Minuten erwartet hätte. In den letzten Minuten hätte es für die St. Pöltner sogar fast noch mit dem Auswärtstor geklappt. In der 89. Minute schoss Manuel Hartl volley drüber. In der Nachspielzeit scheiterte der von Kerschbaumer ideal freigespielte Hofbauer knapp.

Für einen Höhepunkt der besonderen Art sorgte der eingewechselte Eindhoven-Stürmer Florian Jozefzoon in der Nachspielzeit. Er sah vom slowenischen Schiedsrichter Slavko Vincic binnen drei Minuten für zwei Schwalben im Strafraum die Ampelkarte.

Bei der zweiten Attacke von Hofbauer hätte es durchaus auch Elfmeter geben können. Verdient wäre ein weiterer Gegentreffer aber auf keinen Fall gewesen.
 

PSV EINDHOVEN – SKN ST. PÖLTEN 1:0 (0:0).

Torfolge: 1:0 (56.) de Jong,
Gelbe Karten: de Jong (80., Foul), Jozefzoon (90., Unsportlichkeit); Segovia (30., Foul).
Gelb-Rote Karte: Jozefzoon (93., Unsportlichkeit).
Eindhoven (4-3-3): Zoet, Brenet, Hendrix, Bruma, Tamata; Maher, Hiljemark, Ritzmaier (78. Vloet); Locadia, de Jong, Narsingh (73. Jozefzoon).
St. Pölten (3-5-2): Kostner; Grasegger, Huber, Wisio; Stec, Kerschbaumer, Parada, Hofbauer, Holzmann (65. Ambichl); Fucik (46. Hartl), Segovia (76. Noel).
Philips-Stadion Eindhoven, 25.000 Zuschauer, SR Slavko Vincic (Slowenien).


Stimmen zum Spiel:

SKN St. Pölten-Trainer Herbert Gager: „Ich bin riesig stolz auf meine Mannschaft. Wille, Biss aber auch spielerisch war alles da. Es ist schade, dass wir kein Tor geschossen haben, denn ich glaube, dass wir sogar die besseren Chancen als Eindhoven hatten. Bis auf Tomas Wisio hat noch keiner meiner Spieler vor so vielen Zuschauern gespielt. Die Burschen haben das richtig gut gemacht.“
 
PSV Eindhoven-Trainer Philip Cocu: „Das war ein schwieriges Spiel für uns. St. Pölten ist im 5-3-2-System sehr kompakt gestanden. Da hätten wir schneller kombinieren müssen. Das haben wir vor allem in der erst
Halbzeit nicht geschafft. Nach der Pause war es besser, wir sind aber mit dem 1:0-Sieg nicht zufrieden. Wir müssen uns bis Donnerstag steigern. Ich glaube nicht, dass sich St. Pölten im Heimspiel ergeben wird. Da wartet noch viel Arbeit auf uns.“