Erstellt am 17. Juli 2014, 20:45

St. Pölten wahrt die Aufstiegschance. Dank einer 1:2-Niederlage in Burgas gegen Plovdiv hat St. Pölten weiter alle Chancen auf den Aufstieg. Daniel Segovia sorgte für den wichtigen Auswärtstreffer.

Da war der Jubel groß. Daniel Segovia freute sich gemeinsam mit Konstantin Kerschbaumer und Tomas Wisio über den Ausgleich.  |  NOEN, APA/Georg Hochmuth
Nein, der SKN St. Pölten blamierte den österreichischen Fußball nicht. Der Zweitligist aus Niederösterreich spielte in der 2. Qualifikationsrunde der Europa League gegen Botev Plovdiv engagiert mit und wahrte mit einer 1:2-Niederlage die Chance auf den Aufstieg.



Dabei ließen sich die St. Pöltner von den stimmgewaltigen Plovdiv-Fans nicht einschüchtern und schüttelten ihre Anfangsnervosität bald ab. Nach zwei, drei guten Chancen für die Bulgaren brachten die Wölfe Ruhe ins Spiel und wurden auch selbst gefährlich. Solospitze Daniel Segovia scheiterte mit einem guten Kopfball nach Holzmann-Freistoß an Plovdiv-Schlussmann Adam Stachowiak.

Mit Segovia-Treffer für guten Auftritt belohnt

In der 39. Minute klingelte es auf der anderen Seite aber doch. Unnötigerweise, denn Dominik Hofbauer attackierte Mariyan Ognyanov im Strafraum viel zu ungestüm. Der italienische Schiedsrichter Marco Guida entschied zurecht auf Elfmeter. Kapitän Ivan Cvetkov verwandelte sicher zur 1:0-Führung.

Nach der Pause nahmen die St. Pöltner den Europacupfight so richtig an und wurden dafür belohnt. Daniel Segovia wuchtete eine Flanke von Manuel Hartl per Kopf zum Ausgleich ins Netz.

Abwehr-Unsicherheit kostete spät das Remis

Die Gäste hielten in der Folge ohne gröbere Probleme das Unentschieden. Eine Unsicherheit in der ansonsten von Kapitän Tomas Wisio gut organisierten Hintermannschaft kostete aber die große Sensation. Tsvetelin Chuchukov netzte kurz vor dem Ende zum 2:1-Siegestreffer.



Traurig war im Lager der St. Pöltner deshalb aber niemand. Beim Rückspiel am Donnerstag in der NV Arena dürfen sich die Wölfe berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg machen.
 

Teil 2: Alle Stimmen zum Spiel

Herbert Gager: „Gratulation an die Mannschaft. Wir hatten am Anfang unsere Schwierigkeiten ins Spiel zu finden. Nach 20 Minuten hat es aber gepasst. Klar ist das späte 1:2 bitter, aber wir haben im Rückspiel trotzdem alle Möglichkeiten. Jetzt ist klar, dass wir das Spiel gewinnen müssen. Ich habe der Mannschaft auch klar gemacht, dass wir für Österreich spielen. Das haben wir glaube ich sehr gut gemacht.“
 
Plovdiv-Trainer Willi Wucov: „Um ehrlich zu sein, habe ich St. Pölten sogar noch stärker erwartet. Im Testspiel gegen Eindhoven waren sie viel aggressiver. Wir haben verdient gewonnen. Wir werden auch in St. Pölten auf Sieg spielen. Mit welcher Mannschaft ist aber noch nicht klar. Aufgrund unserer finanziellen Probleme werden wir vielleicht noch zwei, drei teure Spieler abgeben.“
 
Daniel Segovia: „Dieses Tor habe ich für die gesamte SKN-Familie geschossen. Ich hatte eine schwere Zeit, aber jetzt bin ich endlich wieder glücklich.“
 
Dominik Hofbauer: „Ich habe beim Elferfoul wirklich ungeschickt attackiert. Den Elfer kann man geben. Im Rückspiel haben wir aber noch alle Chancen. Mit einem vollen Stadion im Rücken geht da noch was.“
 
Patrick Kostner:
„So wie die Plovdiv-Fans Stimmung gemacht haben, das war der Wahnsinn. Die waren ja lauter als die Rapid- oder Sturmfans. Am Anfang waren wir vielleicht ein bisschen nervös. Dann hat es aber einfach nur Spaß gemacht. Wir können das am Donnerstag packen.“
 
Marketing-Leiter Michael Hatz: „Ich erwarte mir fürs Rückspiel mindestens 5000 Zuschauer. Richtig toll wäre, wenn wir ausverkauft sind. Mit der Unterstützung unserer Fans können wir den Aufstieg schaffen. Das ist eine historische Chance. Ich hoffe, das ist jedem St. Pölten-Fan klar.“

 

BOTEV PLOVDIV – SKN ST. PÖLTEN 2:1 (1:0).

Torfolge: 1:0 (39.) Cvetkov (Elfmeter), 1:1 (55.) Segovia, 2:1 (86.) Chunchukov.
Gelbe Karten: Jirsak (60., Foul); Hofbauer (38., Foul), Holzmann (68., Foul), Parada (73., Foul).
Plovdiv: Stachowiak; Hristov, Benga, Luchin, Filipov; Jirsak, Vasev (76. Marin, 91. Yusein); Pedro, Ognyanov, Curtean (64. Gamakov); Cvetkov, Chunchukov.
St. Pölten: Kostner; Grasegger, Huber, Wisio, Holzmann; Parada; Ambichl, Kerschbaumer, Hofbauer (87. Schibany), Hartl (74. Stec); Segovia (77. Noel).
Burgas, 4.000 Zuschauer, SR Guida (ITA).