Erstellt am 07. März 2016, 14:06

von APA/Red

Eva-Maria Brem gewann Riesentorlauf in Jasna. Die Tirolerin Eva-Maria Brem hat am Montag den Weltcup-Riesentorlauf in Jasna 0,27 Sekunden vor Viktoria Rebensburg gewonnen. Die Deutsche war nach dem ersten Durchgang nur Zwölfte und sorgte mit ihrer Aufholjagd dafür, dass die Kugelentscheidung erst beim Finale in St. Moritz fällt.

 |  NOEN, APA (AFP)

Die Tirolerin siegte in der Slowakei 0,27 Sek. vor Hauptkonkurrentin Viktoria Rebensburg, die als Zweite eine vorzeitige Entscheidung zugunsten der Österreicherin verhinderte. Platz vier beim Finale in St. Moritz reicht Brem aber zum Kugelgewinn.

Der wegen Windes von Samstag auf Montag verschobene Riesentorlauf in der Niederen Tatra wurde im ersten Durchgang zu einer Solo-Show von Brem. 0,74 Sekunden legte die in Hochform fahrende Tirolerin zwischen sich und die erste Verfolgerin, Lara Gut. Rebensburg, die zuletzt in Flachau und Maribor gewonnen hatte, vergriff sich hingegen bei der Material-Abstimmung völlig. Als Halbzeit-Zwölfte lag sie schon 1,96 Sek. zurück.

In der Entscheidung drehte die RTL-Olympiasiegerin von 2010 aber groß auf und katapultierte sich mit Laufbestzeit noch hinter Brem auf das Podest. War die Österreicherin zur Halbzeit-Hochrechnung noch 100 Punkte vor Gut und schon 110 vor Rebensburg gelegen, geht sie nun im allerletzten Saisonrennen der Damen am 20. März mit 52 Zählern Vorsprung auf die Deutsche ins Rennen.

Insgesamt dritter Weltcup-Erfolg

"Ganz ehrlich? Mein Hauptziel heute war, gut Ski zu fahren", kommentierte Österreichs nun zweifache aber dennoch immer noch einzige Saisonsiegerin ihren insgesamt dritten Weltcup-Erfolg. In dem Wissen um ihren gewaltigen Vorsprung taktierte Brem in der Entscheidung klarerweise. Am Ende reichte selbst die 25. Zeit zum Sieg.

"Wenn du in Form bist und gut fährst, weißt du eben, was es braucht", erklärte die nervenstarke Tirolerin lachend, gestand aber auch ein: "Es hat im Ziel etwas gedauert, bis ich mir sicher war. Das war ein bissl grausam." Dass sie die Kugel-Entscheidung noch nicht herbei geführt habe, sei auszuhalten. "Es lag nicht an mir. Mehr als Gewinnen geht nicht", die 27-Jährige aus Münster.

Drei Mal in Folge Vierte geworden

Zuletzt war Brem drei Mal in Folge Vierte geworden, dieser Platz würde nun auch in St. Moritz genügen. "Wie auch immer. Heute sind meine Chancen auf jeden Fall besser als gestern", fuhr sie zufrieden aus Jasna ab.

Rebensburg war sichtbar froh, eine Vorentscheidung verhindert zu haben. "Ich will aber gar nicht daran denken, was ohne die Probleme im ersten Lauf heute möglich gewesen wäre", gestand die Deutsche ein. "Jetzt hat Eva einen großen Schritt gemacht."

In der Gesamtwertung liegt Rebensburg nach dem Vonn-Aus nicht uneinholbare 263 Punkte hinter Lara Gut, fünf der sechs ausstehenden Rennen will die Deutsche noch bestreiten. "Ohne Fehler von Lara wird es aber wohl nicht gehen", fürchtet sie.

Gut ist nun zwar im Riesentorlauf aus dem Rennen, übernahm aber als Tagesvierte in Jasna die Gesamtführung 22 Punkte vor Vonn. Die Amerikanerin hat wegen ihrer Knieverletzung die Saison bekanntlich beendet. Gut wäre die erste Weltcup-Gesamtsiegerin aus der Schweiz seit Vreni Schneider 1995.

Im längsten Damen-Riesentorlauf der Saison gelang Stephanie Brunner eine weitere Talentprobe. Die RTL-Fünfte von Flachau und Kombi-Siebente von Soldeu, die im Europacup um den Gesamtsieg kämpft, wurde Achte. Die von der Junioren-WM angereiste Katharina Truppe punktete trotz Startnummer 50 als 22.

Carmen Thalmann schied hingegen wie schon im Slalom aus. Ein bitteres Ende nahm der vorletzte Riesentorlauf der Saison auch für Michaela Kirchgasser. Die Salzburgerin crashte schon im ersten Durchgang wild ins Sicherheitsnetz, nachdem sie mit dem Skistopper an ihrem eigenen Rennanzug hängen geblieben war.

Kirchgasser fuhr danach zwar selbst auf Skiern ins Tal, klagte dort aber über Schmerzen im linken Knie und wurde abtransportiert. Sie wird nun in Österreich untersucht. In einer Saison mit vielen Verletzungen auch im ÖSV-Lager hatten Cornelia Hütter und Ramona Siebenhofer auf einen Start in Jasna verzichten müssen.