Erstellt am 09. Mai 2014, 13:50

von APA Red

Fahrzeuge Opfer von Navi-Dieben. Eine neue Variante haben Diebe auf der Jagd nach teuren Autoersatzteilen ins Spiel gebracht.

Navigationssysteme, aber auch Airbags werden aus Pkw und Nutzfahrzeugen bereits vor ihrer Auslieferung ausgebaut, berichtete der "Kurier" (Freitagausgabe). Bemerkt wird der Diebstahl von den Autozügen dann erst in Österreich, Tatort waren bisher vor allem deutsche Bahnhöfe.

Laut den Ermittlungen schlugen die Navi-Diebe zudem in der tschechischen Stadt Nymburk zu, hieß es in dem Artikel, der von über 200 Taten seit 2013 berichtete. Dabei wurden jeweils zwischen zehn und 50 Fahrzeuge von den Dieben geplündert.

Der Sprecher des Bundeskriminalamts, Mario Hejl, bestätigte der APA, dass es bereits ein internes Treffen in Salzburg zu diesem neuen Vorgehen gab, wo nicht nur österreichische und ausländische Behörden, sondern auch Vertreter des betroffenen Fahrzeugherstellers anwesend waren. Richard Mieling, Pressesprecher der Porsche-Holding in Salzburg, gab auf Anfrage an, dass es alleine bei der Marke Volkswagen rund 200 für den österreichischen Markt bestimmte Fahrzeuge pro Jahr waren.

"Entnommen wurden vor allem Navigationssysteme, teilweise auch Airbags und Lenkräder, also alles was einfach geht. Der Ausbau erfolgte fachgerecht, es sind also Profis am Werk", beschrieb Mieling das Vorgehen. 2.000 bis 2.500 Euro schätzte Mieling den Schaden pro Fahrzeug im Falle eines ausgebauten Navis.

Wo diese Fahrzeugersatzteile dann wieder auftauchen, ist noch nicht bekannt. Doch auch wenn das Vorgehen in diesem aktuellen Fall neu ist, Einzelteile von Pkw sind schon seit längerem beliebtes Diebesgut. Zuletzt machten etwa im Jänner 2013 die Landespolizeidirektion Burgenland und die Soko Kfz eine Bande dingfest.

Die europaweit agierenden Täter wurden für den Diebstahl Hunderter Pkw verantwortlich gemacht, die sie in ihre Einzelteile zerlegten und dann über ein steirisches Unternehmen verkauften. 519 Motoren, 805 Getriebe, 1.116 Airbags und 307 weitere Fahrzeugteile wurden damals sichergestellt.

"Die Ersatzteile wie Navis, die bei höherwertigen Fabrikaten wie BMW oder Audi ab 1.000 Euro aufwärts kosten, sind auch bei organisierten Banden beliebt. Nicht selten wird das Diebesgut dann in den Osten Europas exportiert, oder taucht online beziehungsweise auf Flohmärkten wieder auf", berichtete der Sprecher des Bundeskriminalamts.