Erstellt am 18. April 2014, 13:08

FBI soll Anwälte im 9/11-Prozess bespitzelt haben. Die Verteidiger der fünf mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 wurden möglicherweise von FBI-Agenten bespitzelt.

Sie beantragten vor dem Sondergericht auf der US-Militärbasis Guantanamo auf Kuba eine Anhörung von mehreren Geheimdienstmitarbeitern, wie James Connell am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte. Der Anwalt vertritt im Prozess den Angeklagten Ali Abdel Asis Ali.

Zwei Agenten der Bundespolizei FBI sollen demnach versucht haben, einen Mitarbeiter der Anwalts-Teams als Informanten zu gewinnen, um an vertrauliche Details des Verfahrens zu kommen.

Sollte das FBI das Verteidigerteam tatsächlich unterwandert haben, wirft das erneut ein fragwürdiges Licht auf den Prozess, der nicht vor Ende 2015 beginnen soll. Denn den Teams der "Guantanamo Five" wird vom Staat jeweils ein sogenannter "Defense Security Officer" (DSO) als Berater zur Verfügung gestellt.

"Wie kann jemand dem von der Regierung zur Verfügung gestellten Verteidigungsteam trauen, wenn er sich darum sorgen muss, dass die Regierung es infiltriert hat?", fragte Sterling Thomas von Connells Team. Richter James Pohl forderte die Mitarbeiter aller fünf Gruppen auf, den jeweils führenden Anwalt zu informieren, falls US-Behörden wie das FBI mit ihnen Kontakt aufgenommen haben.