Erstellt am 16. November 2014, 19:31

Federer verletzt - Djokovic gewinnt ATP-Finals. Riesenenttäuschung für die 18.000 Zuschauer in der O2-Arena in London und Millionen vor den TV-Geräten: Roger Federer hat das Endspiel des ATP-World-Tour-Finales am Sonntag kurz vor Beginn wegen einer Rückenverletzung absagen müssen.

Novak Djokovic ist damit zum vierten Mal Champion des Saisonabschluss-Turniers. Im Doppel triumphierten Bob und Mike Bryan.

Federer hatte sich am Samstag nach einem Marathon-Match gegen seinen Landsmann Stan Wawrinka für den Showdown gegen Djokovic qualifiziert und dabei vier Matchbälle abgewehrt. Danach hatte der 33-Jährige aber über Rückenprobleme geklagt. "Ich hoffe, ihr versteht, dass ich persönlich herauskommen wollte und mich dafür zu entschuldigen, dass ich nicht spielen kann. Ich kann ohne fitten Rücken auf diesem Level nicht bestehen", sagte Federer zu den Fans, die ihn trotz der Enttäuschung mit freundlichem Applaus bedachten.

"Hoffe, dass ich schnell wieder fit werde"

Er habe alles versucht, sich am Vorabend und im Lauf des Tages behandeln lassen und auch Schmerzmittel eingenommen, das Risiko, eine Verletzung zu riskieren, sei aber auch in Anbetracht seines Alters zu groß gewesen. Nicht auszuschließen ist freilich, dass Federer auch im Hinblick auf das in bereits fünf Tagen beginnende Davis-Cup-Finale der Schweiz gegen Frankreich in Lille kein zusätzliches Risiko eingehen wollte. "Ich bin sehr enttäuscht und hoffe, dass ich schnell wieder fit werde." Der Davis-Cup-Titel fehlt Federer ja noch auf seiner langen Erfolgsliste.

"Es tut mir sehr leid für Roger"

Djokovic kam selbst dann aber nicht nur zur Pokalübergabe auf den Platz, Lokalmatador Andy Murray hatte sich kurzfristig bereit erklärt, eine Exhibition für einen Satz zu bestreiten. "Natürlich wollte ich so nicht gewinnen. Es tut mir sehr leid für Roger. Ich kenne ihn sehr lange. Seit 10 Jahren waren Rafa und Roger meine größten Gegner, sie geben immer 100 Prozent. Wenn er gekonnt hätte, hätte er gespielt", erklärte Djokovic auf dem Platz. Allerdings war auch ihm bewusst, dass Federer "ein wichtiges Davis-Cup-Wochenende vor sich hat". Auch Djokovic entschuldigte sich für den Ausfall beim Publikum. "Das ist das erste Mal in der Geschichte, dass wir so etwas haben."

Bryan/Bryan siegen im Doppel

Im Doppel-Bewerb rangen die topgesetzten US-Zwillinge die kroatisch-brasilianische Paarung Ivan Dodig/Marcelo Melo nach 1:25 Stunden mit 6:7(5),6:2,10:7 nieder. Es war bereits der 103. Turniersieg für die beiden 36-jährigen Amerikaner.

Bryan/Bryan hatten im entscheidenden Gruppenmatch am Freitag den Wiener Alexander Peya und dessen brasilianische Partner Bruno Soares im Kampf um den Aufstieg ins Halbfinale ausgeschaltet. Bei ihrem zwölften Start beim Saisonfinale der acht weltbesten Doppel gelang damit der vierte Triumph nach 2003, 2004 und 2009. Im Vorjahr hatten sich Bryan/Bryan im Endspiel im Champions-Tiebreak den Spaniern David Marrero/Fernando Verdasco beugen müssen.

"Wir waren heute etwas glücklicher. Gratuliere aber auch euch. Ich hoffe, wir treffen in einem anderen Finale wieder aufeinander", sagte Bob Bryan auch in Richtung der Finalisten Dodig/Melo, gegen die sie im Vorjahr auch im Endspiel von Wimbledon triumphiert hatten. Für ihren zehnten Saison-Titel kassierten sie 362.000 US-Dollar, die sie sich teilen.