Erstellt am 01. Oktober 2015, 20:07

Fegerl in Einzelrunde eins entzaubert. Fünf von sieben Österreichern haben am Donnerstagabend bei den Tischtennis-Europameisterschaften in Jekaterinburg in den Einzel-Hauptbewerben einen Auftaktsieg gefeiert.

 |  NOEN, APA (epa)

Teilweise gab es von Qualifikanten harte Gegenwehr, kein ÖTTV-Akteur blieb ohne Satzverlust. Sogar das unerwartete Out kam für Team-Europameister Stefan Fegerl. Auch für Qualifikantin Amelie Solja war Endstation.

Fegerl hatte sich gegen den Tschechen Tomas Polansky eine scheinbar sichere 2:0-Führung herausgespielt, danach ging beim Niederösterreicher aber nicht mehr viel. "Ich kann es mir selbst nicht erklären", meinte der 26-Jährige. "Ich war von Anfang nervös und hatte Angst zu verlieren. Vielleicht waren die Eindrücke der letzten Tage (Anm.: Team-Gold) doch zu viel und ich muss das erst einmal verarbeiten."

Mit Robert Gardos und Daniel Habesohn hatten auch die anderen beiden aus dem goldenen Final-Team Schwierigkeiten, gewannen aber jeweils 4:2. Gardos musste nach 1:2-Rückstand gegen den Spanier Marc Duran seine ganze Klasse ausspielen. "Ich kenne ihn aus meiner Zeit in Spanien sehr gut. Er spielt unglaublich riskant und druckvoll, da kann man kaum seine gewohnten Schläge einsetzen", erklärte Gardos.

Habesohn hatte die nach Papierform schwierigste Aufgabe zu bewältigen, hat der Portugiese Joao Geraldo doch in der deutschen Bundesliga auch schon Rekord-Europameister Timo Boll besiegt. Nach zweimaligem Satzausgleich des Portugiesen ließ der Wiener jedenfalls nichts mehr anbrennen. Am souveränsten agierte Chen Weixing mit einem 4:1 gegen den Tschechen Tomas Kolarek.

Bei den Damen setzten sich Liu Jia und Sofia Polcanova jeweils erst mit 11:5 im siebenten Satz durch. Während Polcanova gegen die Serbin Gabriela Feher an ihre guten Leistungen im Teambewerb nicht anschließen konnte und dreimal einen Satzrückstand auszugleichen hatte, hat Liu Verletzungssorgen. Beim 4:3 gegen die Türkin Merve Menge wurde sie von einer akut gewordenen Bauchmuskelzerrung geplagt.

In den Satzpausen wurde die als Nummer sechs gesetzte Linzerin mit einem Vereisungsspray behandelt. Zweitrunden-Gegnerin ist Bernadette Szocs, gegen die rumänische Team-Vize-Europameisterin hat Liu vor wenigen Tagen 1:3 verloren. Trotz allem, die 33-Jährige will Revanche. "Ich werde auf jeden Fall weiterspielen, ich möchte alles versuchen", sagte "Susi".

Alle Zweitrunden-Partien finden Freitagfrüh und -vormittag (MESZ) statt, es geht um den Einzug ins für den Abend angesetzte Achtelfinale. Dazwischen sind sechs Österreicher im Doppel engagiert, für Fegerl und Solja der nunmehr einzig verbliebene Bewerb. Im Doppel werden am Freitag ebenfalls bereits die Viertelfinalisten ermittelt. Größte ÖTTV-Hoffnungen sind Gardos/Habesohn, die aktuellen Vize-Europameister von 2013.