Erstellt am 12. August 2014, 13:52

von APA/Red

Fels stürzte auf Haus - Frau verletzt. Nach einem Felssturz in Obertraun (Bezirk Gmunden) mit einer Verletzten in der Nacht auf Dienstag sind die Hilfsmaßnahmen voll angelaufen: Für die sieben weiteren Bewohner des schwerbeschädigten Hauses wurden Ausweichquartiere gesucht, Experten nahmen das Gebäude unter die Lupe.

Er sei froh, dass nicht mehr passiert ist, so Bürgermeister Egon Höll (SPÖ). "Das ist höhere Gewalt."

Gegen 0.30 Uhr löste sich von der rund 20 Meter hohen Wand ein Felsbrocken von der Größe eines Pkw und stürzte auf das angrenzende, mindestens 400 Jahre alte Mehrparteienhaus. Er durchschlug das Dach und zwei Wohnräume und kam schließlich auf der Terrasse zu liegen. Zwei vor dem Gebäude geparkte Autos wurden leicht, ein Wagen total beschädigt. Sieben Erwachsene und ein Baby befanden sich zum Zeitpunkt des Felssturzes im Haus, bis auf eine 38-jährige Frau kamen alle mit dem Schrecken davon. Nach der Erstversorgung durch die Gemeindeärztin wurde sie von der Rettung ins Krankenhaus Bad Ischl eingeliefert.

Suche nach Quartieren gestaltet sich schwierig

Zur Sicherheit durchsuchten die alarmierten Einsatzkräften mit einer Wärmebildkamera und einem Hund die Ruine nach möglichen weiteren Personen. Anschließend wurde der Zutritt behördlich untersagt. Gegen Mittag besichtigte ein Geologe des Landes das Gebäude. Im Lauf des Tages sollte feststehen, ob die Bewohner kurz zurück dürfen, um sich u.a. Kleidung zu holen, erklärte Höll. Die Suche nach Quartieren in dem Urlaubsort gestaltete sich am Vormittag schwierig. "Wir sind total ausgebucht."

Erst vor rund zwei Monaten sei die betroffene Felswand untersucht und loses Gestein sowie Bäume entfernt worden, berichtete der Bürgermeister. Zwischenfälle wie den aktuellen habe es aber bisher nicht gegeben. Man unternehme jedenfalls alles Menschenmögliche, um Katastrophen zu verhindern. Ein Restrisiko bleibe aber, da der Dachsteinkalk porös sei.

Experten entscheiden über weiteres Vorgehen

Das schwerbeschädigte Haus und seine Umgebung bleiben vorerst gesperrt. Das gab Bürgermeister Höll nach einer ersten Untersuchung durch Mitarbeiter der Lawinen- und Wildbachverbauung und den Landesgeologen am Nachmittag bekannt.

Die Experten sollen auch über das weitere Vorgehen entscheiden. Das erfordere allerdings eine tiefergehende Untersuchung, deren Zeitbedarf noch nicht abzusehen sei. Geprüft werde eine Felsräumung, deren technische Machbarkeit und Finanzierung, aber auch ein endgültiger Abriss des beschädigten Hauses, so der Bürgermeister.

Ersatzunterkünfte für die beiden Familien gefunden

Mittlerweile sei es gelungen, für alle acht Bewohner Ausweichquartiere zu finden, berichtete Höll. Die Gemeinde habe angeboten, sie vorübergehend in der Volksschule unterzubringen. Das sei aber nicht notwendig, weil die beiden Familien Ersatzunterkünfte bei Freunden beziehungsweise Arbeitgebern bekommen hätten.

Unter Aufsicht und Begleitung der Feuerwehr und mit Helmen geschützt durften die betroffenen Hausbewohner am Nachmittag schnell persönliche Sachen, Dokumente, Medikamente und Kleidung aus dem Gebäude holen. Danach wurde das Areal großräumig gesperrt und dies auch entsprechend gekennzeichnet. "Wir gehen davon aus, dass sich alle daran halten", sagte der Bürgermeister.