Erstellt am 24. Februar 2016, 14:17

FIFA-Kandidaten eher für mehr WM-Teilnehmer. Die Kandidaten für die FIFA-Präsidentschaft setzen in ihren Wahlprogrammen mehrheitlich auf eine Ausweitung der Fußball-Weltmeisterschaft. Einzig Außenseiter Jerome Champagne sprach sich in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) dafür aus, das WM-Teilnehmerfeld bei 32 Nationen zu belassen.

 |  NOEN, APA (AFP)

Mitfavorit Gianni Infantino und Prinz Ali bin al-Hussein plädieren dafür, dass mehr Länder beim Weltturnier starten dürfen. Die klarste Pro-Position nimmt UEFA-Generalsekretär Infantino ein und will sich für 40 WM-Teilnehmer einsetzen.

"Natürlich muss dies mit allen involvierten Stakeholdern diskutiert werden, aber ich bin mehr als bereit dazu, diese Diskussion konstruktiv mit jedem, der sich um Fußball kümmert, zu führen", sagte der Schweizer.

Sein Kontrahent Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa lehnt eine Ausweitung zumindest nicht ab. Er betont, dass mögliche Änderungen am bestehenden System mit Clubs, Ligen, Verbänden und dem Kongress abgestimmt werden müssten.

Der Jordanier al-Hussein nannte keine genaue Wunschzahl. "Die Zahl der Länder, die auf einem höheren Niveau spielen, ist gewachsen und das muss sich in der Anzahl der Teilnehmer beim großartigsten Wettbewerb der Welt widerspiegeln", sagt der 40-Jährige jedoch.

Der frühere FIFA-Vize-Generalsekretär Champagne nimmt als einziger Kandidat für die Nachfolge von Joseph Blatter eine bei kleineren Nationen unpopuläre Haltung ein. "Es ist bereits sehr kostspielig, kompliziert und politisch sensibel, eine WM mit 32 Teilnehmern zu organisieren", begründete er dies. Der chancenlose Bewerber Tokyo Sexwale aus Südafrika antwortete trotz mehrerer Anfragen nicht.

Unterdessen hat Außenseiter-Kandidat al-Hussein seine Forderung nach transparenten Wahlkabinen bei der Wahl des neuen FIFA-Präsidenten vorangetrieben. Der Jordanier präsentierte am Mittwoch via Twitter ein Bild mit einer durchsichtigen Box in einer Lagerhalle. "Die Augen der Welt sind auf diese Wahl gerichtet. Transparente Kabinen sind ein Weg, um Integrität sicherzustellen", schrieb er.

Sein Team hatte schon zuvor angekündigt, dass al-Hussein solche Boxen an den Ort des FIFA-Kongresses bringen werde. Da die FIFA Glaskabinen bisher ablehnt, hat der jordanische Prinz den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) angerufen und um eine Verschiebung des Kongresses ersucht. Die höchste juristische Instanz will ihr Urteil am Donnerstag verkünden.

Eine Absage des Kongresses ist absolut unwahrscheinlich. Bestenfalls kann Prinz Ali den Einsatz der Boxen erzwingen. Von seinen Konkurrenten wird der Jordanier für die Aktion verspottet. "Einige Menschen werden immer nach Entschuldigungen suchen. Ich denke, er bereitet sich nur auf das Ergebnis am Freitag vor", sagte Wahlfavorit Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa.