Erstellt am 30. Juni 2016, 19:07

Klosterneuburger Essl Museum ist Geschichte. Nach 17 Jahren ist das privat geführte Essl Museum in Klosterneuburg Geschichte: Das Team des Hauses verabschiedete sich am Donnerstag bei herrlichem Sonnenschein mit einem performativen Rundgang unter der Leitung von Chefkurator Andreas Hoffer, bei dem die Besucher das letzte Wort hatten.

Der Abgang pünktlich um 18.00 Uhr erfolgte auf Bitte Hoffers in Schweigen.

Damit hat das von Heinz Tesar geplante Museum die Pforten geschlossen, nachdem der Betrieb nach Angaben des Sammlers Karlheinz Essl nicht mehr zu finanzieren war und eine - erhoffte - Bundesförderung nicht zustande kam. Viele Besucher waren ab 16.00 Uhr zum "Final Countdown" gekommen, betrachteten ein letztes Mal die ausgestellten Bilder, plauderten auf der Terrasse des Cafes, lungerten relaxed in Liegestühlen im Garten - und holten sich die allerletzten Kataloge.

"Eine Schande für Österreich,
dass so ein Museum schließen muss"

Landesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) sprach den Dank des Landes Niederösterreich an das Sammler-Ehepaar für dessen langjährige leidenschaftliche Tätigkeit sowie die Förderung junger Künstler aus. Im Museum sei Raum und Zeit für die Auseinandersetzung mit Kunst gegeben worden, verwies sie auf das rege Kunstvermittlungsprogramm.

In den letzten Wochen hatten Besucher ihre schönsten Erlebnisse im Essl Museum auf Papier festgehalten. Diese Zitate wurden nun in den Ausstellungsräumen verlesen, ergänzt durch spontane Wortspenden. Manches ließ schmunzeln, vieles rief Beifall hervor. "In 20 Jahren wird dieses Haus unter Denkmalschutz stehen, und der Staat wird bedauern, es nicht zu besitzen", hieß es, oder: "Wir lieben dieses Museum... Eine Schande für Österreich, dass so ein Museum schließen muss", und: "Das Museum war und ist ein Gesamtkunstwerk", Klosterneuburg werde nun ein Stück ärmer.

Lobend erwähnt wurden u.a. das Kunstfrühstück ("Jeder Termin war ein Erlebnis"), das "offene Herz" des Hauses für Flüchtlinge, die jeden Freitag Gratiseintritt hatten, und die Mal-Workshops. Eine Besucherin schwärmte vom "schönsten Platz" für Literaturlesungen, eine andere erinnerte sich an "unglaubliche Musikerlebnisse, bei denen die Bilder zu tanzen begannen". Sie habe fünf Jahre lang die Partizipationsprojekte besucht, zeigte sich eine Dame im APA-Gespräch zutiefst betroffen darüber, dass nun alles zu Ende geht.