Erstellt am 23. Mai 2015, 03:30

von APA/Red

Finale des 60. Eurovision Song Contest. Heute, Samstag, Abend wird beim 60. Eurovision Song Contest die Nachfolge von Conchita Wurst entschieden: 27 Länder ringen ab 21 Uhr in der Wiener Stadthalle um den begehrten Titel des ESC-Gewinners.

 |  NOEN, GEORG HOCHMUTH (APA)

Damit ist der 28-Jährige der Nachfolger von Österreichs ESC-Queen Conchita Wurst, die mit ihrem Sieg in Kopenhagen im Vorjahr ihre Weltkarriere startete. Der Erfolg ist der insgesamt sechste Sieg Schwedens beim ESC.

Auf den 2. Platz kam Russlands Vertreterin Polina Gagarina vor dem Italien-Trio Il Volo auf Platz 3. Österreichs Vertreter, die Makemakes, trafen hingegen nicht den Geschmack Europas und kamen mit 0 Punkten gemeinsam mit Deutschland auf dem letzten Platz zu liegen.



"Man musste mir sagen, dass ich gewonnen habe. Ich habe es nicht gehört. Jetzt bin ich einfach voller Stolz und Dankbarkeit", sagte Zelmerlöw in der Nacht auf Sonntag bei der Sieger-Pressekonferenz. Er persönlich habe gar nicht mit dem Sieg gerechnet: "Ich war davon überzeugt, dass Italien oder Russland gewinnen werden. Als ich dann während des Votings Russland überholt habe, flossen bei mir die ersten Tränen."

Schweden gehört zu den Veteranennationen des Eurovision Song Contests (ESC) und hat in Wien bereits zum 55. Mal teilgenommen. Mit dem Sieg von Zelmerlöw konnte das Land seine Allzeitbilanz auf sechs Siege erhöhe und rückt damit Irland als bisher führende ESC-Nation (mit sieben Siegen) auf die Pelle.

Makemakes: "Underdogs vom ersten Moment an"

Mit dem fünften letzten Platz in der ESC-Geschichte Österreichs ist das Abschneiden der Makemakes beim Finale das schlechtestmögliche geworden. "Wir waren echt Underdogs vom ersten Moment an", sagte Dominic Muhrer nach dem Finale und wirkte dabei nicht etwa erschüttert. Er verriet, dass man mit der deutschen Teilnehmerin Ann Sophie, der mit null Punkten dasselbe Schicksal widerfuhr, Pläne habe.

Ins Bockshorn jagen, das lassen sich die Makemakes nicht. "Wofür, die Performance war Killer, und die Leute sind durchgedreht", sah man das Heimatland hinter sich stehen. Auch Teilnehmer aus anderen Ländern, wie etwa Italien, hätten Lob für das Trio gehabt. "Es war wirklich eine coole Erfahrung für uns", sagte Muhrer. Der ganze Saal habe bei ihrem Auftritt mitgeschrien, und man sei erfreut gewesen, wie ganz Österreich hinter ihnen gestanden sei, obwohl sie kein typisches Song-Contest-Lied im Repertoire gehabt hätten.

Viele neue Bekanntschaften geschlossen

"Dass wir, obwohl wir drei Typen vom Land sind, trotzdem irgendwie die Helden sind", stimme die Gruppe positiv. Zudem habe man mit den Mitbewerbern viele neue Bekanntschaften geschlossen. "Für uns war es eine Riesenerfahrung." Dass man jetzt zu den heimischen Verlierern zählt, gemeinsam mit den Interpreten der Jahre 1981 (Marty Brem), 1984 (Anita), 1988 (Wilfried) und 1991 (Thomas Forstner), nahmen Muhrer und auch Bandmitglied Florian Meindl augenscheinlich cool: "Wir werden uns durch so was nicht einschüchtern lassen. Ihr werdet noch viel von uns hören - auf jeden Fall."

Vielleicht eben ein Song mit Ann Sophie, denn mit der Deutschen habe man sogar Pläne für eine Zusammenarbeit, verrieten die Makemakes. "Das haben wir vorher schon ausgemacht und sie nach Salzburg eingeladen", denn man sei übereingekommen, dass man stimmlich zusammen gut funktioniere. Jetzt werde aber erst einmal eine Woche geprobt, und dann startet ja die Tour. The Makemakes eröffnen zudem die heurige Konzertsaison auf Burg Clam in Oberösterreich. Die Band tritt als Special Guest vor OneRepublic am 8. Juni auf.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zeigte sich nach dem Event rundum zufrieden. Auch das selbstgesteckte Budgetziel werde man "sicher einhalten", erklärte er.