Erstellt am 25. April 2014, 14:25

"Finale" für Eishockey-Team gegen Slowenien. Die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft steht bei der WM der Division 1A (B-WM) in Goyang/Südkorea vor einem echten Finale.

Die ÖEHV-Auswahl geht als Tabellenführer in den Schlusstag, benötigt aber am Samstag (9.00 Uhr MESZ/live ORF Sport +) voraussichtlich einen Sieg gegen Slowenien, um den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen. Es sei denn, es gibt Schützenhilfe von Ungarn. Falls Ungarn Samstagfrüh (5.30 Uhr MESZ) Japan schlägt, hätte Österreich das Ticket für die A-WM 2015 in Tschechien (Prag und Ostrau) vorzeitig sicher. Falls Japan erst in der Verlängerung oder nach Penaltyschießen gewinnt, würde Österreich ein Punkt (Remis nach 60 Minuten) reichen.

Wahrscheinlicher allerdings ist, dass eine erfolgreiche Revanche für Olympia zum Aufstieg nötig ist. In Sotschi hat das Team um die NHL-Stars Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl das Qualifikationsspiel für das olympische Viertelfinale gegen Slowenien mit 0:4 verloren. Allerdings wurde bekannt, dass sieben Spieler, darunter das NHL-Trio, zwei Tage vor der Partie bis spät in die Nacht gefeiert hatten. Die Folgen der Eskapade waren unter anderem einige Team-Rücktritte, weswegen Teamchef Manny Viveiros mit einer verjüngten und unerfahrenen Mannschaft mit zehn WM-Neulingen nach Südkorea geflogen ist.

Mit vier Siegen in vier Spielen hat sich das Team in eine gute Ausgangsposition gespielt, dabei allerdings auch Problembereiche offenbart. Vor allem defensiv muss sich die ÖEHV-Auswahl kräftig steigern. Acht Tore gegen Ungarn und Absteiger Südkorea sind zu einfach zu viel.

Zudem wird wohl wieder viel von der Offensivkraft der ersten Linie abhängen. Kapitän Thomas Koch und seine Flügel Brian Lebler und Thomas Hundertpfund bilden die bisher überragende Linie des Turniers. Koch führt mit 10 Assists die Scorerwertung an, Lebler mit sechs Treffern die Torschützenliste (und hat zudem drei Tore vorbereitet), Hundertpfund ist mit je vier Toren und Assists die Nummer drei der Punkteliste. Abgesehen von diesem Trio und dem zielsicheren Verteidiger Dominique Heinrich (4 Tore) fehlt es aber offensiv an Durchschlagskraft.

"Abwarten wie die Partie vor uns abläuft. Aber ganz egal, was passiert: Der Plan bleibt gleich, wir müssen mehr eislaufen", erklärte Teamchef-Assistent Dieter Kalt. "Wir werden keine großartigen taktischen Änderungen machen. Das wird das fünfte Spiel in sieben Tagen. Es ist wichtig, wer den größeren Einsatz zeigt", sagte der ehemalige Mannschaftskapitän.

Bei den Spielern herrscht Zuversicht. "Das ist eine gute Ausgangsposition", erklärte Koch. Sein Sturmpartner Hundertpfund hob das Teamgefüge als Stärke hervor. "Jetzt wollen wir die Slowenen auch noch biegen. Ich glaube, gegen Slowenien wird es das schwerste Spiel des Turniers werden. Slowenien ist Favorit. Wir haben eine junge Truppe und müssen defensiv gut stehen. Jeder arbeitet hart für das Team und den anderen, die Tore kommen aus harter Arbeit heraus. Jeder spielt für den anderen, das ist das Wichtigste."

Zuletzt gab es gegen Slowenien aber wenig zu holen. Das Testspiel in Wien vor der Abreise ging mit 2:3 n.V. verloren, bei Olympia setzte es ein 0:4 und beim bisher letzten WM-Aufeinandertreffen im B-Turnier 2012 in Ljubljana gewannen ebenfalls die Slowenen mit 3:2.