Erstellt am 01. September 2014, 13:36

Floridsdorfer Islam-Zentrum angeblich pro IS. Der per internationalem Haftbefehl gesuchte Wiener Jihadist Firas H. ist nach eigenen Angaben im Islamischen Zentrum Wien-Floridsdorf für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) rekrutiert worden.

"Sämtliche Antworten hat der Direktor des Islamischen Zentrums in Floridsdorf. Sie rüsten ja die IS auf", sagte der 19-Jährige dem TV-Sender Puls4. Das Islamische Zentrum wies dies scharf zurück. Mitte August wurde bekannt, dass der Wiener mit tunesischen Wurzeln von Interpol gesucht wird. Der Vorwurf lautet Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung (der IS, Anm.) sowie Anstiftung zur Begehung schwerer Verbrechen. Medienberichten zufolge hält sich Firas H. derzeit in der nordsyrischen Provinz und IS-Hochburg Raqqa auf, von der er regelmäßig via Facebook über seine Tätigkeiten als IS-Kämpfer berichtet.

"Das ist Blödsinn. Wir verurteilen ISIS (jetzt IS, Anm.) und distanzieren uns von ihren Anhängern und Sympathisanten", wies der Pressesprecher des Islamischen Zentrums, Imam Salim Mujkanovic, die Aussagen des österreichischen Jihadisten gegenüber Puls4 zurück. "Wenn wir sehen, dass jemand radikale Ideen vertritt, benachrichtigen wir die Behörden", schrieb Mujkanovic in einer Stellungnahme. Außerdem gebe es eine "enge Zusammenarbeit" mit der Polizei und dem Bundesverfassungsschutz (BVT).

Moschee "unter Beobachtung"

Entsprechende Vorwürfe gegenüber dem Islamischen Zentrum wie jene von Firas H. seien dem BVT bekannt, erklärte Alexander Marakovits, Sprecher des Innenministeriums, Montagmittag gegenübe. Die Moschee stehe "unter Beobachtung", sagte Marakovits weiter und bestätigte eine Zusammenarbeit mit dem Zentrum.

Zuletzt war der 19-jährige Wiener laut Puls 4 auf Facebook unter dem Namen "Firas Houdini" zu finden, der aber wie seine unzähligen anderen Accounts vor ein paar Tagen gesperrt wurde. Das Interview musste schriftlich über das soziale Netzwerk geführt werden, da der IS-Medienminister keine Erlaubnis für ein Video-Gespräch gegeben hätte, hieß es seitens des Privatsenders.