Erstellt am 18. September 2015, 11:51

von APA/Red

1.600 Soldaten im Einsatz. Das Bundesheer ist bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise mittlerweile mit fast 1.600 Soldaten im Einsatz. 993 davon sind beim Grenzeinsatz, 583 helfen bei Verpflegung und Transport.

Bundesheer unterstützt Polizei bei Grenzkontrollen  |  NOEN, APA/Bundesheer/Gunter Pusch

Das Militär hat mittlerweile auch einiges an Gerät und Material aufgewendet. 202 Fahrzeuge und zwei Hubschrauber sind im Einsatz. Alleine in Wien wurden seit Dienstag 30.000 Essensportionen gekocht.

Die Leistungen des Bundesheeres im Rahmen der Flüchtlingskrise teilen sich generell in zwei Bereiche: sicherheitspolizeilicher Assistenzeinsatz und Unterstützungseinsatz. Beim Assistenzeinsatz sind nur Berufs- und Zeitsoldaten aus den sogenannten Kaderpräsenzeinheiten im Dienst.

Sie unterstützen die Polizei bei den Grenzkontrollen sowie bei anderen Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben und sind wie die Exekutivbeamten bewaffnet. Bei der Unterstützungsleistung kommen auch Grundwehrdiener zum Einsatz. Diese Soldaten transportieren Flüchtlinge sowie Materialien und Geräte und helfen bei der Verpflegung der Menschen.

Beim Assistenzeinsatz sind mit Stichtag Freitag 993 Soldaten im Einsatz. Direkt im Grenzeinsatz sind 363 Soldaten im Burgenland, 231 in Kärnten und 137 in der Steiermark, wobei jene in Kärnten und der Steiermark erst von der Polizei eingeschult werden. In Oberösterreich verrichten 99 Soldaten Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben.

In Salzburg sind 85 am Bahnhof im Einsatz, wo sie die Polizei beim Ordnungsdienst und bei der Überwachung der Gleise sowie bei der Sicherung von Notunterkünften unterstützen. Darüber hinaus sind in mehreren Bundesländern 78 Soldaten der Militärstreife unterwegs.

Beim Unterstützungseinsatz sind 583 Soldaten tätig. Sie geben Essen aus, transportieren Flüchtlinge und Material. Aktuell werden zum Beispiel im Burgenland Hilfsgüter des Roten Kreuzes transportiert und in Wien Essen ausgegeben. Das Militärkommando Wien hat seit Dienstag rund 30.000 Portionen Essen zubereitet, an elf Ausgabestellen überbracht und teilweise auch selbst ausgegeben.

Darüber hinaus hat das Bundesheer 27 Großraumzelte für je 20 bis 40 Personen, 350 Feldbetten sowie eine Feldküche in Salzburg zur Verfügung gestellt. Insgesamt sind 202 Fahrzeuge und zwei Hubschrauber im Einsatz.

Ob beim Grenzeinsatz auch die Miliz zum Einsatz kommen wird, wie das der "Kurier" vermutet, ist noch offen. Im Verteidigungsministerium wollte man das auf APA-Anfrage nicht ausschließen. Voraussetzung dafür sei es aber, dass der Assistenzeinsatz "in hoher Intensität und länger andauert".