Erstellt am 27. April 2015, 08:25

von APA/Red

Ban Ki-moon gegen Zerstörung von Schlepperbooten. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat sich gegen die Möglichkeit einer Zerstörung der für den Menschenschmuggel genutzten Boote zur Eindämmung der Schlepperkriminalität im Mittelmeer ausgesprochen, wie es zurzeit in der EU diskutiert wird.

"Es gibt keine militärische Lösung für die humanitäre Tragödie im Mittelmeer", sagte Ban in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "Secolo XIX".

Ki-moon: "UNO ist bereit Unterstützung zu leisten"

Der UN-Generalsekretär sprach sich für eine Förderung legaler Einwanderungswege nach Europa aus. "Man muss den vielen Menschen auf der Flucht vor Kriegen das Asylrecht garantieren. Die UNO ist bereit, zu diesem Zweck mit Europa eng zusammenzuarbeiten. Die gesamte UNO ist bereit, Unterstützung zu leisten", so Ban.

Ban zeigte sich wegen der instabilen Lage in Libyen besorgt, meinte jedoch, dass es keine Alternativen zum Dialog gebe. Sein Sondergesandter Bernardino Leon und dessen Team würden unermüdlich arbeiten, um zu einer Kompromisslösung in Libyen zu gelangen. Wegen den Anschläge und des Extremismus sei es notwendig, so rasch wie möglich eine politische Lösung zur Krise in Libyen zu finden.

Mogherini:" Gesamteuropäisches Problem"

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini will nächste Woche mit Ban die Flüchtlingsproblematik besprechen. "Man muss vor allem die Gewalttätigkeiten der Schlepperbanden gegen Flüchtlinge stoppen", sagte die EU-Außenbeauftragte im Interview mit der Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag.

Mogherini stellte Fortschritte bei der Diskussion über das Flüchtlingsthema in Europa fest. "Endlich wird die Flüchtlingsproblematik nicht mehr als Problem Italiens, Griechenlands oder Maltas sondern als gesamteuropäisches Problem betrachtet", so Mogherini.