Erstellt am 08. August 2015, 12:02

von APA/Red

Flüchtlinge mit Kindern auf A1 bei Allhaming ausgesetzt. Die oberösterreichische Polizei hat am Freitag eine Gruppe von Flüchtlingen mit Babys und Kleinkindern aus Syrien in einem Waldstück nahe der Autobahnabfahrt Allhaming im Bezirk Linz Land aufgegriffen.

 |  NOEN, LPD NÖ

Die sechs Erwachsenen hatten vier Jugendliche sowie zehn Minderjährige - darunter vier Babys - bei sich, teilte die Polizei mit. Die Gruppe gab an, dass sie von einem Schlepper zu der Stelle gebracht worden sei. Er habe ihnen beim Aussteigen gesagt, dass sie schon in Deutschland seien. Die Menschen wurden vom Roten Kreuz mit Wasser versorgt und ins Polizeianhaltezentrum gebracht. Die Gruppe habe keinen Asylantrag gestellt, hieß es bei der Polizei.

Im Bezirk Schärding erwischte die Polizei bei einer Routinekontrolle auf einem Parkplatz in Esternberg im Bezirk Schärding einen Schlepper aus Ungarn. Der 44-jährige Mann hatte in seinem Auto mehrere Personen, die er nach Deutschland bringen wollte. Der Mann war geständig und wurde auf freiem Fuß angezeigt, hieß es bei der Polizei. Die Flüchtlinge - eine Familie mit einem Kind und zwei Männer - wurden zur Polizeiinspektion Schärding gebracht.

Unterdessen sind in einem Lkw auf der Westautobahn (A1) bei St. Pölten am Samstag 86 Flüchtlinge entdeckt worden, u.a. 16 Kinder im Alter von fünf Monaten bis 14 Jahren und drei Jugendliche. 60 der Flüchtlinge stammen aus Afghanistan, 20 aus dem Irak, sechs aus Pakistan. "Sie waren zwölf Stunden ohne Pause unterwegs." Selbst erfahrene Polizisten seien schockiert gewesen, sagte der Sprecher.

Die Anhaltung des Klein-Lkws bei der Raststation Völlerndorf an der A1 sei durch eine Streife der Landesverkehrsabteilung erfolgt, weil das Fahrzeug überladen gewirkt habe. Der Lenker habe abrupt abgebremst, sei aus dem Führerhaus gesprungen und habe die Flucht ergriffen, schilderte Baumschlager. Eine Fahndung u.a. auch mit einem Hubschrauber und Diensthunden blieb erfolglos. Derart viele Flüchtlinge bei einem einzigen Transport - dem bisher "mit Abstand schlimmsten" - seien in Niederösterreich zuvor nicht entdeckt worden, fügte Baumschlager hinzu.

Eine im achten Monat Schwangere wurde ins Universitätsklinikum St. Pölten gebracht. Sie hatte bereits während des Transports einen Kreislaufkollaps erlitten. Auch Männer waren laut dem Sprecher kollabiert. Wo sie losgefahren waren, hätten die Flüchtlinge nicht sagen können. Sie hätten nur davon gesprochen, vor Antritt der Fahrt, die schließlich nahe St. Pölten endete, einen langen Fußmarsch hinter sich gebracht zu haben.

"Herzlichen Dank" richtete Baumschlager dem Roten Kreuz aus. Seitens der Bezirksstelle Melk seien nicht nur Getränke zur Verfügung gestellt, sondern auch umgehend 50 Kilo Nudeln mit Sugo zubereitet worden, um die erschöpften Flüchtlinge zu versorgen. Die Einvernahmen durch die Polizei standen noch aus.