Erstellt am 01. September 2015, 10:50

von APA/Red

Ungarische Polizei schloss Budapester Ostbahnhof. Angesichts der chaotischen Zustände hat die ungarische Polizei Dienstagfrüh den Budapester Ostbahnhof geschlossen.

Der Zugverkehr wurde auf unbestimmte Zeit eingestellt  |  NOEN, APA (epa)

Der Bahnhof sei geräumt worden, Flüchtlinge würden von der Polizei gehindert, das Gebäude wieder zu betreten, berichtet die ungarische Nachrichtenagentur MTI. Allerdings verkehren vorerst nur Inlandszüge.

MTI berichtete, ein Zug in Richtung Wien stände auf einem Gleis bereit, vorerst würden sich aber nur Touristen in der Bahnhofshalle aufhalten. Zuvor hatten Hunderte Polizisten die wartenden Flüchtlinge nach draußen geführt.

Am Montag hatte die ungarische Polizei überraschend auf die Kontrollen verzichtet, und damit Tausenden Flüchtlingen ermöglicht, in Zügen Richtung Österreich und Deutschland zu gelangen.

Der Zustrom weiterer Flüchtlinge zum Ostbahnhof der ungarischen Hauptstadt riss auch am Dienstag nicht ab, wie Kati Bukucs, eine der freiwilligen Flüchtlingshelferinnen erklärte.

In Tschechien sind unterdessen in der Nacht auf Dienstag und am frühen Morgen mehr als 200 Flüchtlinge aufgegriffen worden, die in Zügen aus Österreich und Ungarn nach Deutschland gelangen wollten.

Darunter seien auch 61 Kinder gewesen, sagte eine Polizeisprecherin. Die Migranten seien vorübergehend in Turnhallen der Städte Breclav und Hodonin untergekommen, bevor sie in Erstaufnahmelager gebracht werden.

Die weit überwiegende Zahl der Flüchtlinge stammte aus Syrien. Die Fremdenpolizei hatte in der Nacht am tschechisch-österreichischen Grenzbahnhof Breclav auf die Züge gewartet. Zuvor hatte die ungarische Polizei sich vom größten Budapester Bahnhof zurückgezogen und so die Abreise der Flüchtlinge ermöglicht.

Auch Österreich ließ die Menschen weitgehend ungehindert weiterreisen. "Wir halten uns an die Gesetze, unabhängig davon, wie sich andere Länder verhalten", sagte die tschechische Polizeisprecherin Katerina Rendlova. Die Flüchtlinge seien an der Weiterreise gehindert worden, weil ihnen die erforderlichen Reisepapiere gefehlt hätten.

Die Zahl der Flüchtlinge, die die Route über den Südosten Tschechiens nehmen, nimmt nach Einschätzung der Polizei zu. Der Regionspräsident von Südmähren, der Sozialdemokrat Michal Hasek, sprach gegenüber der Agentur CTK von einem "traurigen Rekord".