Erstellt am 06. April 2016, 12:06

Flüchtlings-Transitquartiere massiv zurückgefahren. Transitquartiere für durchreisende Flüchtlinge werden derzeit nicht gebraucht. Die entsprechenden Liegenschaften in den Bundesländern sind überwiegend stillgelegt worden, zeigt ein APA-Rundruf. Sollte der Zustrom aber wieder Fahrt aufnehmen, steht man parat.

 |  NOEN, APA

Weil der Flüchtlingsstrom nach Deutschland zum Erliegen gekommen ist, gibt es derzeit in Salzburg keine Notquartiere mehr. Die zentrale Notunterkunft für Transitflüchtlinge im Salzburger Stadtteil Liefering in der ehemaligen Asfinag-Autobahnmeisterei wurde am 21. März ruhend gestellt, auch die Freiwilligen Helfer sind abgezogen. Das Notquartier kann im Fall einer Zunahme wieder aktiviert werden.

Am Höhepunkt der Flüchtlingswelle im vergangenen Herbst hat es in Salzburg drei Notunterkünfte gegeben. Die zu hunderten ankommenden Flüchtlinge wurden in der Tiefgarage des Salzburger Hauptbahnhofes, in der alten Autobahnmeisterei und beim alten Zollamtsgebäude an der Grenze von Salzburg zu Freilassing (Bayern) untergebracht. Vereinzelt verbrachten bis zu 3.000 Menschen die Nacht in den Camps.

Anfang November wurde die Tiefgarage am Hauptbahnhof geschlossen, seit 18. Dezember ist der Wartebereich beim Zollamtsgebäude nicht mehr in Betrieb. Im März kamen kaum noch Transitflüchtlinge in Salzburg an. In den vergangenen drei Wochen haben die Einsatzorganisationen keine Transitflüchtlinge mehr verzeichnet.

Nach Angaben eines Sprechers von Salzburgs Integrations-Landesrätin Martina Berthold (Grüne) befinden sich derzeit 4.890 Asylwerber in der Grundversorgung im Bundesland Salzburg, davon 539 unbegleitete Minderjährige, was im Vergleich zu den anderen österreichischen Bundesländern eine überdurchschnittliche hohe Zahl sei.

Vom Land betreut werden laut dem Sprecher 4.567 Asylwerber. Von den 323 Asylwerbern, die sich in Bundesbetreuung befänden, seien 200 am Kasernengelände in Wals-Siezenheim (Flachgau) und 123 im Verteilerzentrum Kobenzl am Gaisberg in Salzburg untergebracht.

Vorarlberg verfügt über ein Flüchtlingsnotquartier, das allerdings bisher noch nie bezogen wurde. Es biete Platz für rund 200 Asylwerber und sei im Bedarfsfall kurzfristig beziehbar, hieß es aus dem Büro des zuständigen Landesrates, Erich Schwärzler (ÖVP), auf APA-Nachfrage. Generell setze Vorarlberg auf eine Unterbringung in kleineren, regionalen Einheiten.

Derzeit sind in Österreichs westlichstem Bundesland 3.820 Flüchtlinge in 558 Quartieren untergebracht, neue kämen laufend dazu. Nur zwischen 20 und 30 Prozent dieser Unterkünfte beherbergten mehr als 20 bis 30 Menschen, hieß es. Wohnraum für Asylwerber gebe es in 83 der 96 Vorarlberger Gemeinden. Im Durchschnitt kommen wöchentlich etwa 40 weitere schutzbedürftige Menschen nach Vorarlberg.

In Kärnten besteht momentan kein Bedarf für Transitquartiere. An drei Standorten wurden zum Höhepunkt des Flüchtlingsandrangs im vergangenen Jahr insgesamt bis zu 1.500 Flüchtlinge versorgt. Mit einer Vorlaufzeit von rund 72 Stunden könnte zumindest die Dullnig-Halle in Klagenfurt, die Platz für knapp 1.000 Personen bietet, wieder in Betrieb genommen werden. Um die beiden Hallen in Villach wieder in Schuss zu bringen, brauche man aber länger, hieß es am Mittwoch von der Polizei.