Erstellt am 31. Oktober 2014, 14:54

von APA Red

Flüchtlingsheim: Noch keine Spur zu Angreifer. Nach dem Angriff auf das Flüchtlingsheim am Bürglkopf in Fieberbrunn in der Nacht auf Mittwoch gibt es weiter keine heiße Spur. Es gebe "nichts Neues", teilte die Tiroler Polizei am Freitag mit.

Innenministerin Mikl-Leitner verurteilte den Angriff auf das Schärfste: "Es ist absolut verwerflich, Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen, die vor Krieg und Verfolgung geflüchtet sind."

Derzeit laufen die Ermittlungen zu dem Vorfall, sie könne daher nichts Konkretes sagen. Grundsätzlich hält Mikl-Leitner aber fest, dass derartige Attentate "verwerflich" sind und man weiterhin gegen jede Art von Extremismus und Hetze vorgehen werde. "Ich warne aber auch alle Populisten, die jetzt versuchen, die Jihadisten und Asylwerber in einen Topf zu werfen", meinte die Ressortchefin. Denn gerade diese Menschen seien vor den mordenden Jihadisten geflüchtet.

Zur Flüchtlingsunterbringung generell richtete die Innenministerin einen Dank an die Bevölkerung und die Gemeinden, die ihre Türen öffnen. Angesprochen auf Kritik, dass sich die Flüchtlingsunterkunft hoch am Berg oben befindet, hielt Mikl-Leitner fest, dass es sich bei dem Heim um eine Bundesbetreuungsstelle handelt, in dem die Betroffenen nur wenige Tage untergebracht werden sollten: "Es braucht mehr private Quartiere", sieht sie Tirol gefordert, rasch Möglichkeiten zu schaffen.

Das Innenministerium stellte am Freitag auch klar, dass die Bewohner des Heimes keineswegs - wie kolportiert - in den Hungerstreik treten wollen bzw. bereits getreten sind. "Davon kann keine Rede sein. Lediglich einer der 130 Bewohner hat angekündigt, in den Hungerstreik treten zu wollen", sagte Ministeriums-Sprecher Grundböck im Gespräch mit der APA. Es könne auch überhaupt nicht von einer gewollten, kollektiven Abwanderung der Flüchtlinge die Rede sein. Dass es einige gebe, die nach dem Vorfall lieber woanders sein würden, sei aber verständlich.

Am Mittwoch hatte die Polizei bestätigt, dass fünf Jugendliche gegen 0.30 Uhr etwa 35 Meter vor dem abgelegenen Asylheim in Fieberbrunn ausländerfeindliche Parolen geschrien und mit einem Gewehr in die Luft geschossen haben. Die Unbekannten in schwarzen Kapuzenjacken sollen "Ausländer raus!" und "Wir bringen Euch um! Ihr Schweine!" gerufen haben, hatte "profil online" einen ungenannten Augenzeugen zitiert. Die Feuerwerkskörper sollen die Jugendlichen auf die Fenster des Flüchtlingsheimes geschossen haben.

Das Flüchtlingsheim am Bürglkopf auf rund 1.400 Metern Höhe war heuer von einer Landesunterbringung in eine Bundesbetreuungsanstalt umgewandelt worden. In dem Asylwerberheim sind derzeit 120 Personen untergebracht.