Erstellt am 15. Juli 2014, 14:33

Flughafen neu beschildert und barrierefrei. Der Flughafen Wien in Schwechat bekommt bis Jahresende ein neues Leitsystem. 650 Hinweistafeln werden zur Verbesserung der Orientierung ausgetauscht.

Gleichzeitig erfolgt auch die Umbenennung der "Check-in"- Bereiche in "Terminals". Zudem wurde ein barrierefreier Durchgang zwischen dem neuen und alten Gebäude geschaffen, der am Dienstag bei einer Pressekonferenz präsentiert wurde.

Seit knapp zwei Jahren haben der Flughafen Wien und neun Behindertenorganisationen in mehreren Arbeitsgruppen Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet. Die zwei größten Projekte, das neue Leitsystem und der barrierefreie Durchgang zwischen dem ehemaligen Skylink (Terminal 3) und dem alten Gebäude, wurden nun abgeschlossen. Auf einer 43 Meter langen und 2,6 Meter breiten Rampe gelangen Menschen mit Behinderungen, aber auch Familien mit Kinderwagen oder Reisende mit Trolleys bequem in den anderen Terminalabschnitt.

"Barrierefreiheit gibt es nun an jedem Ort am Flughafen", sagte Markus Ladstätter von BIZEPS - Zentrum für Selbstbestimmtes Leben. Es sei schön zu sehen, dass Barrierefreiheit vom Airport als Qualitätsmerkmal für alle Passagiere gesehen werde. Die Flughafen-Vorstände Julian Jäger und Günther Ofner betonten die gute Zusammenarbeit und den konstruktiven Dialog mit den Behindertenorganisation. "Es war ein wichtiger Weckruf für uns, weil er klar gemacht hat, dass wir schon bei der Entwicklung und Planung auf diese Aspekte Rücksicht nehmen müssen", so Ofner.

Die neuen Hinweistafeln sind mit schwarzem Hintergrund und weißer, vergrößerter Schrift. Auch die Piktogramme wurden an die Sehentfernung angepasst, zudem dienen Farbcodierungen bei den Gates als zusätzliche Orientierungshilfe. Das neue Leitsystem helfe jedem Passagier sich zurecht zu finden, betonte Elmar Fürst von der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen in Österreich. Zudem wurden die Monitore für Fluginformationen "annäherbar" gemacht, d.h. sie stehen den Passagieren auf Augenhöhe zur Verfügung, was die Lesbarkeit erleichtern soll.

Neben diesen beiden Projekten wurden 150 Einzelmaßnahmen für Menschen mit Behinderungen definiert, wovon bereits 82 Prozent umgesetzt wurden. Dazu zählen unter anderem das Anbringen von Haltegriffen und das Versetzen von Notruftastern in den Toiletten. Weitere Ziele sind die Verbreiterung von Behindertenparkplätzen, die Einrichtung von induktiven Höranlagen bei den Passkontrollen sowie die Einrichtung eines Mobilitäts- und Familienserviceschalters. Geplant sind auch Monitore mit Informationen in Gebärdensprache und Ergänzungen im taktilen Blindenleitsystem.

Bis Jahresende soll überdies die Entscheidung fallen, ob das älteste Gebäude am Flughafen, der Terminal 2, neu errichtet oder renoviert wird. Jedenfalls würden die Behindertenorganisationen von Anfang an in die Planung miteingebunden werden, sagten die Vorstände.