Erstellt am 03. Juli 2014, 11:30

von APA Red

USA erzwingen schärfere Securitychecks. Aus Furcht vor möglichen Anschlägen lassen die USA die Sicherheitsvorkehrungen an ausländischen Flughäfen verschärfen, von denen aus Direktflüge in die Vereinigten Staaten abheben.

Der Flughafen Wien ist davon nach Angaben aus dem Innenministerium nicht betroffen. Hinter der Terrorwarnung soll auch die Angst vor Syrien-Heimkehrern stehen.

Von Extremisten ausgetüftelte Sprengstoffe, die bei Sicherheitskontrollen unerkannt bleiben könnten, machten diesen Schritt notwendig, erklärte US-Heimatschutzminister Jeh Johnson am Mittwoch.

Nach Medienberichten fürchten die USA, dass Terrorgruppen aus Syrien und dem Jemen neuartige Sprengsätze entwickeln, die sich nur schwer aufspüren lassen. Das Heimatschutzministerium wolle innerhalb der nächsten zwei Wochen ausländische Flughäfen und Fluggesellschaften anweisen, die Sicherheitschecks auszubauen, berichtete der US-Sender ABC unter Berufung auf informierte Kreise.

Einem Ministeriumsvertreter zufolge sind Airports innerhalb Europas und im Nahen Osten betroffen. Durch die Verschärfung würden vermutlich zusätzliche Kontrollen von Reisenden und deren Gepäck notwendig, hieß es aus Johnsons Behörde. Flugreisende sollten deshalb ausreichend zeitlichen Vorlauf einkalkulieren, auch wenn "unnötige Behinderungen" laut Johnson vermieden werden sollen. Medienberichten zufolge dürften vor allem die Schuhe von Passagieren und elektronische Geräte noch genauer überprüft werden als bisher. Auch sollen vereinzelt Passagiere genauer unter die Lupe genommen werden. Es gehe um "sichtbare und unsichtbare Maßnahmen", teilte Johnson mit.

Die britischen Behörden haben unterdessen bereits die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen des Landes erhöht. Wenn es "glaubwürdige neue Bedrohungen" gebe, müssten weltweit verstärkte Absicherungen des Luftverkehrs erfolgen, sagte Vizeregierungschef Nick Clegg am Donnerstag im Fernsehsender ITV. Worin die neuen Sicherheitsmaßnahmen bestehen, gab er nicht an. Es sei aber "sehr wichtig, dass wir mit unseren amerikanischen Partnern und auch mit anderen Staaten der Welt zusammenarbeiten", sagte Clegg.

Ein britischer Experte für Sicherheitsfragen an Flughäfen, Philip Baum, sagte am Donnerstag dem Fernsehsender Sky News, dass vermutlich mehr Kontrollen nach dem Zufallsprinzip vorgenommen würden. Die Terrorwarnstufe in Großbritannien blieb unverändert auf dem dritthöchsten Niveau.

Reisende, die vom Flughafen Wien in Richtung USA abheben, müssen auch in Zukunft nicht mit vermehrten Sicherheitskontrollen rechnen. Die vom US-Heimatschutzministerium ausgesprochene Warnung, dass auf bestimmten Flughäfen in Europa und dem Nahen Osten mit einer erhöhten Terrorgefahr zu rechnen sei, betrifft Wien nach Angaben des Innenministeriums in Wien nicht. Die Sicherheitslage am Flughafen Wien-Schwechat werde aber weiterhin täglich analysiert und beurteilt. Der Wiener Flughafen ist der einzige in Österreich, von dem aus Direktflüge in die USA abheben.

Berichten zufolge überlegen US-Behörden seit Monaten, die Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen. Sie seien durch Geheimdiensthinweise angespornt worden, nach denen eine besonders extreme Untergruppe syrischer Terroristen in Zusammenarbeit mit jemenitischen El-Kaida-Kämpfern "kreative" neue Bomben entwickle. Sie könnten vorhaben, ein Flugzeug auf dem Weg in die USA oder nach Europa zum Absturz zu bringen. Ein konkretes Ziel oder eine Zeitplanung lägen noch nicht vor.