Erstellt am 05. August 2015, 21:22

Flugzeug-Wrackteil stammt von Malaysia-Airlines-Flug MH370. Der im Indischen Ozean angeschwemmte Flugzeug-Wrackteil stammt tatsächlich vom vermissten Malaysia-Airlines-Flug MH370. Dies habe die Untersuchung der Flügelklappe ergeben, bestätigte der malaysische Premierminister Najib Razak in einer Fernsehansprache.

 |  NOEN, APA (epa)

Zuvor hatten am Mittwoch internationale Experten den Wrackteil in einem Untersuchungszentrum des französischen Verteidigungsministeriums in Balma bei Toulouse untersucht. Die erste Analyse dauerte am Nachmittag etwa vier Stunden. Der Wrackteil war vergangene Woche auf der französischen Insel La Reunion östlich von Afrika angeschwemmt worden.

Vieles deutete bereits auf einen Zusammenhang mit dem seit fast 17 Monaten verschwundenen Flug MH370 hin. Die australische Regierung sah die Flügelklappe als Teil einer Boeing 777 identifiziert. Eine Untersuchung der Strömungen zeigte zudem, dass Wrackteile aus dem Gebiet, wo der Absturz vermutet wird, tatsächlich nach La Reunion gedriftet sein könnten.

Das Flugzeug war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. An Bord waren 239 Menschen, unter ihnen 153 Chinesen. Satellitensignale legen nahe, dass die Maschine noch sieben Stunden Richtung Süden flog und abstürzte. Die Ursache für den plötzlichen Kurswechsel ist bis heute ein Rätsel.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow kritisiierte unterdessen eine Woche nach dem russischen Veto gegen ein UNO-Tribunal zum Abschuss der Malaysia-Airlines Maschine Flug MH17 die Niederlande scharf. Das Tribunal hätte nur als Vorwand gedient, um die Unzulänglichkeiten der niederländischen Untersuchung der Tragödie zu kaschieren, sagte Lawrow am Mittwoch am Rande eines Außenministertreffens in Malaysia.

Der Sicherheitsrat sei nicht der richtige Rahmen, um Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Dafür gebe es andere Möglichkeiten. "Die Besessenheit mit dem Sicherheitsrat lässt mich annehmen, dass manche Leute Propagandaspiele spielen, weil sie nicht beantworten können, warum die Untersuchung so schleppend und so mangelhaft läuft."

Russland habe dem UN-Generalsekretär vorgeschlagen, einen Sonderbeauftragten zu ernennen, der den Fortgang der Untersuchung beobachten und eine Mission in das Absturzgebiet entsenden könnte, sagte Lawrow der Agentur Tass zufolge. "Diese Vorschläge wurden von jenen Ländern abgeblockt, die auf der Einrichtung eines Tribunals bestehen", sagte Lawrow demnach dem Fernsehsender ChannelNewsAsia.

Flug MH17 mit 298 Menschen an Bord war im Juli 2014 über dem Kriegsgebiet Ostukraine abgeschossen worden. Die Ukraine und Russland machen sich gegenseitig für die Katastrophe verantwortlich.