Erstellt am 11. März 2015, 12:51

von APA/Red

FMA wird Heta-Schuldenschnitt verfügen, nicht verhandeln. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) wird nach neuen unabhängigen Wirtschaftsprüferbewertungen der Heta, die schon in Auftrag gegeben wurden, errechnen, wie hoch der Haircut für die Verbindlichkeiten der Hypo-Alpe-Adria-Bad-Bank ausfallen muss.

Der Schnitt wird je nach Schuldinstrument unterschiedlich ausfallen.Die FMA werde nicht mit Gläubigern verhandeln wegen des Haircut, sagten die FMA-Vorstände Klaus Kumpfmüller und Helmut Ettl am Mittwoch. Die FMA als Abwicklungsbehörde werde auf Basis der Daten der neuen Überprüfung die Lücke feststellen und beziffern. Daran werde die Gläubigerbeteiligung errechnet und mit Bescheid verfügt. "Wir verhandeln nicht mit Gläubigern", betonte Kumpfmüller.

Worst-Case-Summe von 7,6 Mrd. Euro

Auch die staatliche Bad Bank Heta selber darf nicht in Verhandlungen mit Gläubigern eintreten und auch keine Anleihen zurückkaufen. Die FMA begründet das mit dem Gebot der Gläubigergleichbehandlung. In der Sphäre außerhalb der FMA und der Heta dürfen solche Verhandlungen freilich geführt werden. Dazu wird auch auf die Gesetze des Marktes verwiesen, die Titel würden ja gehandelt.

Kumpfmüller geht davon aus, dass die Finanzlücke unterhalb der im Heta-Asset-Screening errechneten Worst-Case-Summe von 7,6 Mrd. Euro liegen wird.

Der deutsche Rückversicherungsriese Münchner Rück sieht den Umgang der österreichischen Finanzpolitik bei der Abwicklung der Hypo Alpe Adria kritisch. Weil auch die Münchner Rück festverzinsliche Wertpapiere mit Kärntner Landeshaftung in dreistelliger Millionenhöhe gezeichnet habe, werde man im ersten Quartal 2015 Abschreibungen in zweistelliger Millionenhöhe vornehmen müssen.Das sagte Munich-Re-Finanzvorstand Jörg Schneider am Mittwoch in München. "Wir würden es gut finden, wenn sich die österreichischen Gebietskörperschaften nicht ihrer Verantwortung entziehen würden", sagte Schneider.

keine Gewährträgerhaftung für die ehemalige Hypo Alpe Adria 

So wie es geplant sei, ziehe die Gewährträgerhaftung des Landes Kärnten für die ehemalige Hypo Alpe Adria und (nunmehr Abbaueinheit Heta, Anm.) nicht, sagte Munich-Re-Vorstandsvorsitzender Nikolaus von Bomhard. "Da könnte man sagen, gut gemacht." Doch müsse man nach dem römischen Grundsatz "Respice finem" das Ende der Operation bedenken. "Nicht ganz zu Unrecht" befürchteten die anderen österreichischen Bundesländer Nachteile für ihre eigene Finanzierung.

Die Munich Re (Münchner Rück) ist einer der weltweit größten Rückversicherer. 2014 erwirtschaftete der Konzern ein operatives Ergebnis von 4,0 Mrd. und einen Gewinn von 3,2 Mrd. Euro.

Die Hypo NÖ werde indes den Stand der Heta-Anleihen - laut Jahresabschluss 2013 in Höhe von 225 Mio. Euro - in der Bilanz 2014 veröffentlichen, hieß es am Mittwoch auf Anfrage der APA. Zum jetzigen Zeitpunkt werde kein Betrag veröffentlicht. Wertberichtigungen würden aber erwogen, teilte ein Sprecher der Bank mit.

Die Kärntner Landeshaftung werde jedoch nicht infrage gestellt. Zur Haftung via Pfandbriefstelle hieß es aus St. Pölten, dass es noch um den Gesamtbetrag und um einen Aufteilungsschlüssel gehe.

Einmal mehr hat die Hypo NÖ am Mittwoch darauf hingewiesen, dass mögliche Auswirkungen des Schuldenmoratoriums über die Heta Asset Resolution AG "jedenfalls verkraftbar" wären. Man sei zum Zeitpunkt der Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria wie auch heute "eine kerngesunde Bank", die "in keinster Weise" mit der Heta gesellschaftsrechtlich verbunden sei.