Erstellt am 19. Januar 2015, 12:10

von APA/Red

Abdullah-Zentrum "verurteilt jede Art von Gewalt". Das umstrittene, von Saudi-Arabien finanzierte Abdullah-Zentrum für Interreligiösen Dialog (KAICIID) hat am Montag betont, dass man "jede Art von Gewalt" verurteile.

Konkret auf die Folter des zu 1.000 Peitschenhieben verurteilten Bloggers Raif Badawi ging man in der kurzen schriftlichen Stellungnahme nicht ein.

"KAICIID verurteilt jede Art von Gewalt"

"Das KAICIID Direktorium (Board of Directors) stellt ausdrücklich klar: KAICIID verurteilt jede Art von Gewalt - wann, wo und wie immer sie auftritt und durch wen auch immer sie ausgeübt wird", heißt es in dem Statement. "Die Aufgabe des Dialogzentrums ist es, interreligiöses Verständnis und Kooperation zu fördern.

Sein Ziel ist es, Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen zusammen zu bringen, Dialog zu ermöglichen, Angst und Hass zu bekämpfen und Brücken aus Vertrauen und Respekt zu bauen, um Frieden in der Welt zu fördern."

Auf die Frage, ob dies nun die von vielen Seiten verlangte Verurteilung der Bestrafung des Bloggers sei, erklärte ein Sprecher des Zentrums gegenüber der APA lediglich, es handle sich um eine Reaktion auf verschiedene Berichte vom Wochenende.

SPÖ, FPÖ und Grüne fordern Schließung

SPÖ, FPÖ und Grüne fordern ja die Schließung des Dialogzentrums, weil dieses zu Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien schweigt, Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) verlangt eine Reform.

Die frühere Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) hatte am Wochenende ihren Rücktritt als Vizegeneralsekretärin der Organisation angekündigt. Ein genaues Datum für ihren Rückzug konnte der Sprecher am Montagvormittag weiterhin nicht nennen, derzeit werde die "übliche administrative Abwicklung" durchgeführt. Dem Vernehmen nach dürfte der endgültige Rückzug bis Ende des Monats erfolgen.