Erstellt am 15. April 2015, 15:19

von APA/Red

F1-Duell der "Silberfeinde" geht in der Wüste weiter. Nur eine Woche nach China geht die Formel-1-WM 2015 und damit auch das immer emotionaler werdende Duell zwischen den beiden Mercedes-Fahrern Lewis Hamilton und Nico Rosberg schon am kommenden Sonntag in Bahrain weiter.

Rosberg steht dabei bereits unter Druck. Unterliegt er auch im vierten Saisonrennen seinem Mercedes-Teamkollegen, kommt er mit deutlichem Rückstand zum Europa-Auftakt.

Die Phase der neun verblieben WM-Läufe der Motorsport-Königsklasse in Europa beginnt am 10. Mai in Barcelona und Rosberg hat nur noch beim kommendem Duell in der Wüste die Chance, erstmals in dieser Saison Flagge zu zeigen. In Australien, Malaysia und zuletzt China war Hamilton mit dem Selbstbewusstsein des regierenden Weltmeisters der dominierende Silberpfeil-Fahrer gewesen.

Hamilton und Rosberg kommen deshalb ein Jahr nach ihrem denkwürdigen Duell in Sakhir als "Silberfeinde" zum neuerlichen Duell in der Wüste. Der Deutsche stand zwar in allen drei Rennen auf dem Podest, einen Sieg hat er aber noch nicht geschafft. Mit 68 Punkten führt der zweifache Saisonsieger Hamilton deshalb in der WM vor Sepang-Triumphator Sebastian Vettel (55), während der bei 51 Zählern haltende Rosberg nur Dritter ist.

Verbales Hickhack zwischen Rosberg und Hamilton

Rosberg zeigt zudem offenbar bereits "Wirkung". Denn vergangenen Sonntag beklagte er sich beim problemlosen Mercedes-Doppelsieg in Shanghai sehr über ein angebliches "Störmanövers" Hamiltons. Rosbergs Vorwurf lautete, dass die absichtlich "langsame" Fahrweise Hamiltons seine Vorderreifen ruiniert habe. Das verbale Hickhack ging danach auch in sozialen Medien weiter, für Bahrain hat sich der 29-jährige Rosberg vorgenommen: "Ich kann und will es in wenigen Tagen umdrehen und Lewis schlagen."

Doch außer aufmunternden Worten hatte der Deutsche bisher gegen Hamilton nicht viel zu bieten gehabt. Vor allem nicht im Qualifying und das könnte angesichts der anhaltenden Mercedes-Überlegenheit entscheidend sein. Im Vorjahr hatte Rosberg (11) deutlich mehr Pole-Positionen geholt als Hamilton (7) und war dennoch nur Vizeweltmeister geworden. Der Brite ist 2015 in allen drei Rennen vom besten Startplatz weg gefahren und hat teamintern danach nichts mehr anbrennen lassen.

Gerhard Berger: "Rosberg wirkt verbissen"

Mit Rosbergs jüngster Kritik kann auch Gerhard Berger nicht viel anfangen. "Wenn einer denkt, der Vordermann ist zu langsam, muss er ihn eben überholen", sagte der ehemalige Formel-1-Pilot in "Sport Bild" und ist überzeugt: "Rosberg wirkt so verzweifelt wie Sebastian Vettel nach seinem miesen Saisonstart im letzten Jahr. Sehr verbissen, unzufrieden mit sich und der Welt. Er sucht nach Antworten, warum Hamilton besser ist, findet aber keine."

Der Österreicher empfiehlt Rosberg deshalb, etwas gegen diese Abwärtsspirale zu tun. Am besten gleich bei der elften Auflage des seit 2004 stattfindenden (2011 wurde abgesagt) und reifenfressenden Grand Prix von Bahrain in Sakhir, der auch 2015 wieder als "Nachtrennen" (17.00 Uhr MESZ, live ORF 1, RTL und Sky) unter Flutlicht über die Bühne geht.

Die späte Startzeit könnte ein Mercedes-Vorteil gegenüber den reifenschonenden Ferraris von Vettel ("Wir haben bisher alle Erwartungen übertroffen") und Kimi Räikkönen sein, weil die Temperaturen am Abend selbst in der Wüste nicht mehr ganz so hoch sind.

Auf den überlangen Geraden des über 57 Runden führenden Rennens auf dem Bahrain International Circuit (BIC) sollten die Mercedes hingegen unschlagbar und die ebenfalls mit Mercedes-Motoren fahrenden Williams wieder bei der Musik sein. Das Duell Hamilton gegen Rosberg wird schon im Training beginnen, denn die beste Startposition ist im Kampf zwischen den beiden Silberpfeil-Fahrern vorentscheidend.

Das weiß auch Rosberg. "Wenn ich von ganz vorne starte, kann Lewis fahren wie er will", sagte der Vizeweltmeister. Im Rennen erhofft man sich Action wie im Vorjahr. Da hatten die beiden Mercedes-Fahrer mit beinharten Duellen an der Grenze der Selbstzerstörung für das beste interne Duell der Saison gesorgt. Der Sieger hieß freilich Hamilton, obwohl Rosberg aus der Pole gestartet war.