Erstellt am 09. April 2015, 14:48

von APA/Red

Vettel will Mercedes auch im China-Grand-Prix ärgern. Bestens gelaunt blickt Malaysia-Triumphator Sebastian Vettel dem Formel-1-Grand-Prix von China am Sonntag (Start: 08.00 Uhr MESZ) entgegen.

Seine Zielstrebigkeit sollen die Mercedes-Rivalen erneut zu spüren bekommen. Der Deutsche will das Weltmeisterteam nach seinem Premierensieg für Ferrari auch im Reich der Mitte wieder ärgern. 

"Wollen Lücke zu Mercedes schließen"

"Wir wollen uns idealerweise die gesamte Saison als das Team hinter Mercedes etablieren. Wenn wir das schaffen, wollen wir die Lücke zu Mercedes schließen", sagte Vettel am Donnerstag im Vorfeld des dritten WM-Laufs der Saison.

Der 27-Jährige will sich von seinem Sieg in Malaysia vor zwei knapp Wochen aber nicht blenden lassen. "Am Anfang einer Saison kann es rauf- und runtergehen. Wir wollen sicherstellen, dass wir ziemlich viele Hochs und nicht so viele Tiefs haben", beteuerte Vettel.

"Es ist schön, dass Euphorie herrscht. Für die nächsten Rennen muss man aber auf die Euphoriebremse treten. Man darf nicht übermütig werden. Wir sind realistisch darüber, wo wir stehen."

Zwei Siege als Ziel für diese Saison

Zwei Siege hat Vettels Teamchef Maurizio Arrivabene als Ziel für diese Saison ausgegeben. Vettel hätte große Lust, dieses Soll schon am Sonntag zu erfüllen. Letztmals gelangen der Scuderia im Herbst 2010 in Italien und Singapur zwei Erfolge in Serie - eingefahren von Vettels Vorgänger Fernando Alonso.

"In Malaysia sind einige Umstände zusammengekommen", relativierte Vettel und sprach damit Faktoren wie Hitze und die clevere Reifenstrategie an.

2007 als Formel-1-Neuling in China als Vierter erstmals in die Punkte für Toro Rosso, 2009 der erste Sieg für Red Bull - weitere Glanzlichter Vettels sollen nach dem Willen von Weltmeister Lewis Hamilton und Nico Rosberg aber nicht dazukommen. Der Brite begrüßte ausdrücklich den gesteigerten Wettbewerb durch die Scuderia. Für den 30-Jährigen steht nach seinem zweiten Platz in Malaysia jedoch für den Grand Prix in der asiatischen Metropole fest: "Wir werden besser sein."

Rosberg: "Strecke wird uns besser liegen"

Auch sein deutscher Teamkollege Rosberg versicherte: "Die Strecke wird uns viel besser liegen. Ich bin mir sicher, wir werden das Rennen unter uns ausmachen."

Vizeweltmeister Rosberg verfolgt das wiedererstarkte Ferrari-Team mit gemischten Gefühlen. "Vettel kann eine Hilfe sein", räumte er mit Blick darauf ein, dass sein Landsmann seinem Mercedes-Teamkollegen wichtige Punkte abnehmen könne. In Malaysia sei Vettel als Sieger jedoch "mehr als eine Gefahr" gewesen. "Das geht dann voll nach hinten los", sagte der Sepang-Dritte. Die Perspektive könne sich daher schnell wandeln: "Sollte er weiter siegen, wird das zu einem Problem."

Vettel fühlt sich in dieser Rolle wohl. Dass er am Sonntag mit Brasiliens F1-Legende Ayrton Senna nach Siegen gleichziehen könnte, war ihm angeblich gar nicht bewusst. "Ich kenne Michaels Zahl, die ist aber irre", sagte Vettel mit Blick auf Michael Schumachers beeindruckende 91 Grand-Prix-Siege.

Nummer 41 klingt in seinen Ohren natürlich verlockend. "Das wäre etwas Besonderes. Es hat schließlich eine ganze Weile gedauert, die Nummer 40 zu schaffen. Ich hoffe, die nächste ist nicht so weit entfernt. Aber es würde sicher jedem Fahrer viel bedeuten", sagte Vettel, dessen Sieg Nummer 39 vom November 2013 in Brasilien datiert.

Vettel: "Wir müssen aufholen"

Hamilton und Rosberg beteuerten, dass sie vom Auftritt der Scuderia weder beunruhigt noch verunsichert seien. Sie wissen, warum. Vettel auch. "Der Rückstand ist nach wie vor da", erklärte der ehemalige Serien-Weltmeister. "Wir müssen aufholen."

Noch größeren Aufholbedarf hat Red Bull Racing, nachdem es zuletzt in Sepang nur für die Ränge neun und zehn hinter dem Schwester-Team von Toro Rosso gereicht hatte. "Wir wollen einen großen Schritt vorwärts machen", kündigte der Russe Daniil Kwjat an.

Und auch sein Teamkollege Daniel Ricciardo hofft auf eine Steigerung. "Die ersten beiden Rennwochenenden waren ein bisschen verzwickt für uns, deshalb sind unsere Erwartungen hier jetzt höher", betonte der Australier, der im Vorjahr als einziger die Mercedes-Dominanz hatte durchbrechen können.