Erstellt am 19. Mai 2014, 06:56

Formel 1-Weltmeister Jack Brabham tot. Der dreifache Formel-1-Weltmeister Jack Brabham ist tot. Der 88-jährige Australier starb nach langer Krankheit in seinem Haus in seiner Heimat, wie sein Sohn am Montag dem Sender BBC mitteilte.

Der "stille Australier", wie er in seiner aktiven Zeit wegen seiner zurückhaltenden Art genannt wurde, wurde Opfer eines Leberleidens.

Der frühere Flugzeugmechaniker war 1948 zum Rennsport gekommen, stieg dann 1955 in die Formel 1 ein. Er gilt als einziger Fahrer, der seine eigenen Boliden entwarf, konstruierte und auch fuhr. Er eroberte 1959, 1960 und 1966 jeweils den Weltmeistertitel. Sein letztes Rennen gewann er 1970 beim Grand Prix in Südafrika.

In diesem Jahr zog sich Brabham auch aus dem Rennsport zurück, nicht zuletzt beeinflusst durch die tödlichen Unfälle seiner Rivalen Bruce McLaren, Piers Courage und Jochen Rindt. Er selbst hatte in seiner gesamten Rennfahrerkarriere keinen nennenswerten Unfall. In 23 Rennjahren fuhr er in der Formel 114 Siege ein. 1979 wurde er von der Queen in den Adelsstand erhoben.

Auch nach seiner Karriere blieb der Name Brabham fest mit dem Motorsport verbunden. Jacks Söhne Geoff, Gary und David waren bzw. sind selbst als Rennfahrer aktiv, sein Enkel Sam fährt derzeit in der Britischen Formel Ford. In der Formel 1 lebte das Team bis 1992 weiter. Nelson Piquet holte 1981 und 1983 für den Rennstall den Weltmeistertitel, Niki Lauda pilotierte in den Saisonen 1978 und 1979 einen Brabham mit Alfa-Romeo-Motor.

"Auf der Strecke war er stets der Härteste der Harten, wobei ich mich manchmal gefragt habe, wie sich so ein netter Kerl außerhalb eines Autos derart verwandeln konnte, wenn er in einem saß", schrieb der Engländer Stirling Moss, einer von Brabhams größten Rivalen in der Formel 1, im Vorwort zu dem Buch "The Jack Brabham Story".

Harte Duelle lieferte sich der wegen seiner pechschwarzen Haare "Black Jack" genannte Rennfahrer gegen Ende seiner Laufbahn nicht zuletzt auch mit Jochen Rindt. Als einer der berühmtesten Siege des Österreichers, 1968 selbst im Brabham-Stall, gilt jener beim Grand Prix von Monte Carlo 1970. In der letzten Kurve rutschte der führende Brabham beim Überrunden in die Strohballen und Rindt konnte auf den letzten Metern noch vorbeiziehen - sein einziger Erfolg im Fürstentum.

Im Alter von 15 Jahren schmiss Brabham, Sohn eines Lebensmittelhändlers, die Schule und arbeitete in einer Maschinenfabrik. Später verdingte er sich in einer Kfz-Werkstatt und lernte das technische Grundwissen parallel dazu an der Abendschule. Als 18-Jähriger schloss er sich als Mechaniker der australischen Luftwaffe an. 1950 zog Brabham nach England, wo seine Sportlerkarriere bald in die Gänge kam.

"Es ist ein sehr trauriger Tag für uns alle", sagte Brabhams jüngster Sohn David (48), Ex-Teamkollege des 1994 tödlich verunglückten Österreichers Roland Ratzenberger bei Simtek-Ford. "Mein Vater hat ein unglaubliches Leben gelebt. Er hat mehr erreicht, als sich irgendjemand erträumen könnte, und er wird durch das großartige Erbe, das er hinterlässt, weiterleben." Zur genauen Todesursache äußerte sich die Familie nicht, Brabham litt jedoch seit längerer Zeit an einer Leberkrankheit.

"Das Wort 'Legende' wird im Zusammenhang mit erfolgreichen Sportlern oft verwendet, sehr oft aber wird damit ihr Status überbewertet. Im Fall von Sir Jack Brabham jedoch ist es völlig gerechtfertigt", würdigte McLaren-Geschäftsführer Ron Dennis, der in den 1960er-Jahren als Mechaniker für Brabham tätig war, den Verstorbenen in einer Aussendung.