Erstellt am 16. August 2014, 09:19

Forscher aus Höhle in Salzburg geborgen. Zwei Tage nach seinem Sieben-Meter-Absturz in der Jack Daniel's Höhle im Salzburger Tennengebirge ist der 27-jährige Marek G. in der Nacht auf Samstag aus der Höhle geborgen worden.

Der Pole wurde sogleich per Hubschrauber in das Salzburger Landeskrankenhaus abtransportiert. "Der Patient ist in einem guten Allgemeinzustand", erklärte Spitalsprecherin Mick Weinberger.

Leichtes Schädelhirntrauma und Fraktur diagnostiziert

Der Forscher habe ein leichtes Schädelhirntrauma, eine Becken- und Rippenfraktur an der linken Körperseite sowie viele Prellungen und Blutergüsse erlitten. "Er musste nicht operiert werden", sagte Weinberger am Samstag in der Früh auf Anfrage der APA. Der Verletzte befindet sich derzeit auf der Überwachungsstation der Chirurgie West. Der Patient benötige noch Ruhe, erklärte die Spitalsprecherin.

Zu dem Unfall in der Höhle war es am Donnerstag um etwa 02.00 Uhr gekommen. Marek G. stürzte in rund 250 Metern Tiefe etwa sieben Meter über eine Steilstufe ab. Mehr als 100 Einsatzkräfte beteiligten sich an der Rettungsaktion. Sie gingen dabei bis an ihre körperlichen Grenzen.

Ihre Anstrengungen haben sich gelohnt: Der Verletzte wurde am Samstag um 2.18 Uhr aus der Höhle geborgen und anschließend mit einer für Nachtflüge geeigneten Alouette III ins Landeskrankenhaus geflogen. Pilot und Co-Pilot verwendete Nachtsichtbrillen.

Sanitätszelt wartete beim Höhlenausgang

Die Bergung hatte sich zum Schluss etwas verzögert, weil die Bergretter aufwendige technische Umbauarbeiten an einem Flaschenzug vornehmen mussten, wie die Sprecherin der Salzburger Bergrettung, Marie Riedler, erklärte. Die Einsatzleitung hatte für den Nachtflug einen geeigneten Bundesheer-Hubschrauber angefordert.

Beim Höhlenausgang war zudem ein 35 Quadratmeter großes beheizbares und beleuchtbares Sanitätszelt aufgebaut worden mit medizinischem Equipment für Notfallmaßnahmen, falls ein Hubschrauberflug witterungsbedingt nicht möglich gewesen wäre.

Am Freitagnachmittag hatte sich der Verletzte noch in rund 160 Metern Tiefe befunden. Der Pole war mit fünf Landsleuten in der Schachthöhle zu Forschungszwecken unterwegs.

Unterstützt wurden die Salzburger Retter von Helfern aus anderen Bundesländern und aus Bayern. Viele der Hilfskräfte standen zuletzt schon bei der Bergungsaktion im Untersberg im bayerischen Berchtesgaden im Einsatz: Dort war im Juni der verunglückte Höhlenforscher Johann Westhauser (52) in einer zwölftägigen Rettungsaktion von mehr als 700 Helfern aus der Riesending-Schachthöhle befreit worden.