Erstellt am 22. März 2015, 17:32

FPÖ löste in großen obersteirischen Städten ÖVP ab. Die Parteien der "Reformpartnerschaft" aus SPÖ und ÖVP verzeichneten bei den Kommunalwahlen am Sonntag teils herbe Verluste, die Roten büßten in den obersteirischen Industriestädten wie schon im langjährigen Trend Stimmen ein.

Dennoch ließ sich in Gemeinden, die zum Teil zwangsweise fusioniert wurden, keine durchgängiger Trend gegen die Großparteien ablesen. Die meisten Zuwächse holte die FPÖ. Die SPÖ hat in den obersteirischen Industriestädten Bruck/Mur, Mürzzuschlag und Knittelfeld die absolute Mehrheit verloren, in Bruck und Mürzzuschlag recht deutlich. Die FPÖ überrundete in Mürzzuschlag und Bruck/Mur sogar die ÖVP, die ebenfalls im Trend liegend verlor, die Freiheitlichen sind nun zweitstärkste Kraft im Gemeinderat.

Unverrückbar in der Wählergunst ist offenbar der nun wieder zur SPÖ zurückgekehrte Bürgermeister des obersteirischen Fohnsdorf, Johann Straner, unterwegs. Er verlor zwar gegenüber der Neuwahl 2011 (wo er mit der eigenen "Liste Hans" antrat) von 55,40 auf 49,57 Prozent, konnte - auch mit zwei weniger - aber die Mandatsabsolute (mit nun 13) knapp halten - allen Kalamitäten um die örtliche Therme, Gemeindehaftungen und der Anklage wegen Amtsmissbrauch und Untreue zum Trotz. Die FPÖ legte hier um zwei auf drei Mandate zu, die ÖVP ebenso um eines auf sieben, die Grünen aber flogen aus der Gemeindestube, dafür zog die Bürgerliste Team Kneissl ein. Die KPÖ hielt ihren Sitz.

Eine Klasse für sich ist die Krieglacher Bürgermeisterin und Namenslistenführerin Regina Schrittwieser - ihre Namenliste legte in der Gemeinde im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag sogar auf die Zweidrittelmehrheit von 67,35 Prozent zu und hat 18 Mandate. SPÖ, ÖVP und FPÖ sowie Grüne haben drei, zwei sowie je ein Mandat.

In der Eisenbahnerstadt Knittelfeld - knapp vor der Wahl wurde der Ausbau der ÖBB-Lehrwerkstätte verkündet - hielt sich die SPÖ trotz Verlusten von 55,95 auf 49,30 Prozent deutlich an der Spitze. Zweite Kraft ist nun ebenfalls die FPÖ, die von 9,93 auf 20,16 Prozent wuchs. Die KPÖüberraschte hier, sie legte von 10,60 auf 15,22 Prozent zu. Die Grünen schafften einen marginalen Zugewinn, für das Stadtparlament reichte es jedoch nicht.

Kapfenberg - das Parschlug eingemeindete - bot ein gleiches Bild: Die Roten legten von 55,88 auf 48,40 ab, die Freiheitlichen von 14,75 auf 25,02 Prozent zu. Die Schwarzen verloren von 18,08 auf 10,79 Prozent. Die Grünen schafften es nicht in die Gemeindestube, die KPÖ hingegen solide - von 4,95 auf 6,93 Prozent und zwei Mandate.

In der neuen Gemeinde St. Barbara im Mürztal - in ihr gingen die Industrie- und Bergbauorte Veitsch, Wartberg und Mitterdorf auf - verloren die Sozialdemokraten von fiktiven 62,75 auf 45,30 Prozent. Auch hier verlor die ÖVP, von fiktiven 22,07 auf 14,45 Prozent. Die zweitstärkste Partei ist Blau mit 28,79 Prozent (12,19).