Erstellt am 02. April 2016, 18:16

FPÖ-Wahlkampfstart von Hofer in Arbeiter-Hochburg Kapfenberg. FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer hat am Samstag in der obersteirischen Arbeiter-Hochburg Kapfenberg seinen offiziellen Wahlkampfauftakt hingelegt. Inhaltlich blieb man sich treu und wetterte gegen das "Asyl-Chaos", weshalb die Reden von Hofer, Parteichef Heinz-Christian Strache und Mario Kunasek nahezu ident mit jenen waren, die erst vor einem knappen Monat in Graz zu hören waren.

 |  NOEN, APA (Scheriau)

Laut Polizei rund 1.000 Menschen waren bei kühlem Wind auf den Kolloman-Wallisch-Platz nach Kapfenberg gekommen, um Hofer, aber vor allem auch ihrem "HC" zu lauschen. Traditionell machte schon eine Stunde vor den Reden die John Otti Band Stimmung - mit "Fürstenfeld" von STS und ähnlichen Gassenhauern. Der steirische Landesparteichef Kunasek begrüßte zur Einleitung die freiheitlichen Gäste aus anderen Bundesländern und sprach von den "blauen Wundern", welche die Steirer schon geschafft hätten: So sei etwa Kapfenberg als Arbeiter-Hochburg bei der Gemeinderatswahl 2015 "fast blau umgefärbt worden".

Nach Kunasek brachte Hofer seine Botschaften ans Volk: Er forderte etwa, die "Invasion von Muslimen" zu stoppen und die Pensionen nicht zu kürzen. Noch nie habe es in Österreich so viele Arbeitslose, so hohe Steuern und so viele Ausländer gegeben. Mehr Budget, zum Beispiel für das Pflegegeld, wolle er durch ein besser organisiertes Gesundheitssystem lukrieren, bei benachbarten Spitälern zweier Bundesländer könnte gespart werden, wenn diese Sache des Bundes würden.

Als Höhepunkt trat Strache auf die Bühne: Er lobte Hofer für sein positives Denken und seine Lebensfreude. Obwohl er Schmerzen habe, trete er als Kandidat an, weil "ihm liegt Österreich so am Herzen". Anschließend schoss sich der Bundesparteiobmann wieder auf das Thema Flüchtlinge, Asyl und Ausländer ein, zog Verknüpfungen zu den Attentaten von Paris und Brüssel und sprach nicht von einem "Heiligen Krieg", sondern einem "Teufelskrieg". Es dürfe nur eine Obergrenze für Flüchtlinge geben: "Null".

Sowohl Hofer als auch Strache zogen - wie schon bei ihrer Kundgebung am Grazer Hauptplatz Anfang März - die politischen Mitbewerber für das Amt des Bundespräsidenten durch den Kakao. Vor allem auf Alexander van der Bellen hatte sie ihre Spitzen abgesehen. "Frischen Wind ins Land zu bringen", sei hingegen nur mit Hofer möglich, so Strache.

Am Rande der Veranstaltung kam es laut Polizei zu einer "kleinen Rangelei" zwischen einem Anhänger der Freiheitlichen und solchen der Sozialistischen Jugend (SJ). Letztere hatten mit eigener Musik die FPÖ-Veranstaltung beschallt und versucht, dadurch zu stören. Als ein "blauer" Fan zur Gegenveranstaltung ging, kam es zu der Auseinandersetzung. Bei der Rangelei dürfte auch ein Kabel aus der Tonanlage der Sozialistischen Jugend gezogen worden sein. Plötzlich war es still. Danach war auch das T-Shirt des FPÖ-Fans zerrissen, weshalb es auch eine Anzeige gegen einen Teilnehmer der Gegenveranstaltung gab, schilderte die Polizei. Verletzt wurde demnach aber niemand. Nach wenigen Minuten hatten die einschreitenden Beamten die Situation beruhigt und die Musik ertönte wieder aus den Boxen der Sozialistischen Jugend.