Erstellt am 26. Juni 2014, 00:21

Frankreich, Schweiz und Nigeria im Achtelfinale. Frankreich, die Schweiz und Nigeria haben am Mittwoch den Aufstieg ins Achtelfinale der Fußball-WM in Brasilien geschafft. Die Schlagzeilen galten aber auch Luis Suarez und Lionel Messi. Superstar Messi führte Argentinien mit einem Doppelpack zu einem 3:2-Sieg gegen Nigeria, gegen Uruguays Suarez hat die FIFA nach dessen Beiß-Attacke ein Verfahren eingeleitet.

Luis Suarez hat für den ersten Skandal dieses Turniers gesorgt, am Mittwoch stand er nach seiner Beiß-Attacke gegen Italiens Verteidiger Giorgio Chiellini weltweit am Pranger. Der Fußball-Weltverband (FIFA) hat gegen den Starstürmer Uruguays ein Disziplinarverfahren eröffnet, die FIFA beruft sich unter anderem auf Artikel 77 a ihres Disziplinarkodexes. Demnach kann der Weltverband nachträglich einschreiten, wenn eine Spielszene vom Schiedsrichter nicht beobachtet wurde.

Suarez, der in vier Jahren dreimal einen Gegenspieler gebissen hat, droht als Wiederholungstäter eine lange Sperre. 2010 im Trikot von Ajax Amsterdam und vor gut einem Jahr im Liverpool-Dress war Suarez mit Beißattacken aufgefallen und hatte Sperren von sieben bzw. zehn Spielen ausgefasst. Suarez versuchte zu verharmlosen. "Das passiert im Spiel und auf dem Platz", meinte er.

Im Internet wurde er mit Spott und Hohn in Form von Fotomontagen und Kommentaren bedacht. Ein Bild zeigt den 27-Jährigen mit der Maske des Kannibalen Hannibal Lecter aus dem Kinothriller "Das Schweigen der Lämmer". Einigen Glücksspielern bescherte Suarez' Ausfall aber auch einen Geldsegen. 167 Tipper aus etwa 20 Ländern hatten darauf gesetzt, dass der Stürmer bei der WM rückfällig wird, wie der Wettanbieter Betsafe mitteilte. Die Quote habe bei 175:1 gelegen. Insgesamt seien 50.000 Euro ausgeschüttet worden.

Sportlich stand Messi im Mittelpunkt, der Superstar hat für Argentinien fast im Alleingang den Sieg in der Gruppe F geholt. Im abschließenden Gruppenspiel in Porto Alegre setzte sich die "Albiceleste" dank seiner zwei Treffer (3., 45.+1/Freistoß) gegen Nigeria 3:2 (2:1) durch. Messi, der am Vortag seinen 27. Geburtstag gefeiert hatte, hat damit vier der bisherigen sechs Turniertreffer der Argentinier erzielt.

Für das dritte argentinische Tor sorgte Außenverteidiger Marcos Rojo (50.), für die Nigerianer hielt Ahmed Musa das Spiel mit einem Doppelpack (4., 47.) bis am Schluss offen. Die Afrikaner durften aber auch jubeln, schafften sie doch als Zweiter und damit als erstes Afrika-Team ebenfalls den Aufstieg, da der Iran im Parallelspiel Bosnien-Herzegowina unterlag.

Die Bosnier verabschiedeten sich mit dem ersten WM-Sieg der Geschichte von der Endrunde und beendeten mit dem 3:1 (1:0) gegen den Iran auch deren Achtelfinal-Träume. Die Treffer erzielten Edin Dzeko (23.), Miralem Pjanic (59.), Avdija Vrsajevic (83.) bzw. Reza Ghoochannejhad (82.). Bei den Bosniern stand Anel Hadzic in der Startformation und war bis zur 61. Minute im Einsatz. Der Legionär von Sturm Graz kam damit zu seinem WM-Debüt.

Aus der Gruppe E haben sich Frankreich als Gruppensieger und die Schweiz für das Achtelfinale qualifiziert. Die Eidgenossen besiegten Honduras 3:0 (2:0) und schafften erstmals seit 2006 den Aufstieg, da sich Mitkonkurrent Ecuador im Parallelspiel gegen die Franzosen mit einem 0:0 begnügen musste. Matchwinner für die Schweizer war Xherdan Shaqiri, der 22-Jährige von Bayern München erzielte alle drei Treffer (6., 31., 71.). Frankreich bekommt es nun am Montag im Achtelfinale in Brasilia mit Nigeria zu tun, die Schweiz trifft am 1. Juli auf Argentinien.