Erstellt am 26. Juni 2014, 10:34

von APA Red

Franzose ergaunerte sich 213.000 Euro. Die Polizei hat vor rund zwei Wochen einen 30-jährigen Franzosen gefasst, der in Niederösterreich gelebt hat und zwei Österreichern bereits 2011 rund 213.000 Euro abgeknöpft haben soll.

Der Verdächtige soll dabei in Italien sogenannte Rip Deals (Vorauszahlungsbetrug) begangen haben. Er wurde in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert, so die oö. Polizei-Pressestelle.

E-Mails von einem Wiener Internetcafe aus

Im Juli 2011 wurde ein Österreicher in Rom etwa 13.000 Euro los, im August schließlich ein anderer Landsmann in Padua 200.000 Euro. In beiden Fällen trat ein unbekannter Anbahner auf, der eine österreichische Telefonnummer verwendete und E-Mails von einem Wiener Internetcafe aus versandte.

Opfer und Zeugen identifizierten aber den Franzosen, der als international tätiger Rip Dealer bekannt war, als jene Person, die bei den Geldübergaben in Erscheinung trat. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt erließ einen EU-Haftbefehl gegen ihn. Im November 2011 reisten der Vater und die Schwester des 30-Jährigen extra aus Paris an und gaben dem betrogenen Österreicher die 200.000 Euro zurück.

Zu Anbahnungen geständig, zu Übergaben nicht

Im Mai 2014 erhielten die oö. Kriminalisten von Kollegen aus Kiel Informationen, dass ein Deutscher zu einem Geldtauschgeschäft in Italien animiert worden sei. Dieser erkannte aber rechtzeitig den Betrugsversuch und schaltete die Polizei ein. Beim Abgleich der Daten stellte sich heraus, dass es sich um den selben Täter handelte, der bereits 2011 in Erscheinung getreten war.

In zeitaufwendigen Ermittlungen kam man auf den Franzosen als Verdächtigen. Am 11. Juni - unmittelbar nach dem Versuch seiner Mittäter, einen Deutschen in Bozen um 260.000 Euro zu erleichtern - wurde er festgenommen.

Er zeigte sich geständig, die Betrügereien angebahnt zu haben, mit den Übergaben selbst will er aber nichts zu tun gehabt haben. Laut Polizei besteht der begründete Verdacht, dass der Franzose mit dem Erlös aus den Betrügereien vor drei Jahren das Haus seiner Familie finanziert hat.

Gegebener Anlass: Exekutive warnt vor Betrügern

Wer sein Haus, sein Auto, eine Jacht oder etwa ein Rennpferd zum Kauf anbietet bzw. einen Investor sucht, sollte aufpassen, dass er nicht auf Betrüger hereinfällt, warnte die Exekutive.

Vorsicht ist geboten, wenn vermeintliche Interessenten den Preis, ohne zu handeln, sofort akzeptieren oder mehr bieten und den Anbieter ersuchen, zur Geschäftsabwicklung nach Norditalien und hier insbesondere nach Mailand zu kommen.