Erstellt am 07. Juli 2015, 15:17

von APA/Red

Freispruch für 33-Jährigen von Kindesmisshandlung. Ein 33-jähriger Beschuldigter ist am Dienstag bei einem Prozess in Salzburg vom Vorwurf der Kindesmisshandlung freigesprochen worden.

 |  NOEN, Erwin Wodicka / wodicka@aon.at

Laut Anklage soll der Mann eine minderjährige Tochter seiner Lebensgefährtin wiederholt geschlagen und dazu auch des Öfteren einen Gürtel verwendet haben. Auch habe er ihren Kopf in der Badewanne unter Wasser gedrückt. Der Angeklagte beteuerte seine Unschuld.

Die Vorwürfe gegen den bisher unbescholtenen Mann wogen schwer. So soll er das Mädchen, das im mutmaßlichen Tatzeitraum 2003 bis 2010 fünf bis zwölf Jahre alt war, am unbekleideten Gesäß versohlt, ihr zudem Fußtritte verpasst und sie gegen ihren Willen eingesperrt haben. Die Staatsanwaltschaft Salzburg hatte den 33-Jährigen wegen "Quälens oder Vernachlässigens unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen" (Strafdrohung bis zu drei Jahren Haft) angeklagt.

Keine Grundlage für einen Schuldspruch 

Das Verfahren basierte auf den Angaben des Opfers. Einem psychologischen Gutachten zufolge konnte das Kind aufgrund seiner Persönlichkeit aber vom tatsächlich Erlebten und dem selbst Zusammengereimten keinen deutlichen Unterschied machen. Die Aussagen des Mädchens könnten nicht als Grundlage für einen Schuldspruch herangezogen werden, erklärte Richterin Gabriele Glatz.

Der Verteidiger hatte heute erneut einen Freispruch für seinen Mandanten gefordert. Er ortete viele Widersprüche in den Erzählungen des Mädchens. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.