Erstellt am 25. Juni 2014, 18:15

von APA/Red

Freisprüche für Ärzte in Prozess um Kleinkind-Tod. Beim Prozess am Innsbrucker Landesgericht rund um den Tod einer Dreijährigen nach einem Routineeingriff sind die drei wegen fahrlässiger Tötung angeklagten Ärzte am Mittwochabend freigesprochen worden. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Die Freisprüche waren vorerst nicht rechtskräftig.

Die als Gutachterin bestellte Anästhesistin Sylvia Fitzal hatte zuvor am Mittwoch von einer zu hohen verabreichten Dosis Propofol gesprochen. Die empfohlene Menge sei von den behandelten Ärzten nicht eingehalten worden, fügte sie hinzu.

Die drei wegen fahrlässiger Tötung angeklagten Ärzte haben laut Staatsanwaltschaft dem Kind zu viel und zu lange das Narkosemittel Propofol verabreicht. Das Mädchen sei nach einer 46-stündigen Sedierung an einem Propofol-Infusionssyndrom (PRIS) gestorben. Dieses hätte man laut der Gutachterin jedoch schon früher erkennen müssen.

Das Mädchen war am 15. Oktober 2013 an die Innsbrucker Klinik überwiesen worden, weil es beim Spielen auf eine Tube Superkleber gebissen hatte. Bei der Erstuntersuchung habe der behandelnde Arzt eine Schwellung im Bereich der Atemwege festgestellt, weswegen das Kind intubiert und auch mit Propofol sediert werden musste. Am nächsten Tag sollte das Kind bei einer Kontrolluntersuchung extubiert und die Propofolzufuhr gestoppt werden. Zu diesem Eingriff war es jedoch wegen Meinungsverschiedenheiten über den zu benützenden Operationssaal sowie wegen Koordinationsproblemen nicht gekommen, erklärten Zeugen. Angeklagt waren zwei Kinderärzte sowie eine Anästhesistin, die dem Kind das Propofol während dieser zwei Tage verabreicht hatten.